Magdeburg l Obwohl die Städte über eine nahezu gleiche Einwohnerzahl verfügen, hat Magdeburg doch rund 1500 Wohnungen weniger als Halle. Das geht aus vom Statistischen Landesamt veröffentlichten Zahlen hervor.

Gemeinsam ist den beiden sachsen-anhaltischen Großstädten, dass hier im Vergleich zu vielen ländlichen Regionen besonders viele Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen vorhanden sind, während die Zahl der wirklich großen Wohnungen mit sieben und mehr Wohnräumen sowohl absolut als auch prozentual hinter den Werten in den Landkreisen liegt. Gründe für das große Angebot an kleineren Wohnungen sind zum Ersten die Studenten, die abseits von Wohnheimen und Wohngemeinschaften in den Städten nach der passenden Bleibe suchen. Zum Zweiten sind die Mieten in den beiden Großstädten oft höher als im ländlichen Raum, so dass hier der Druck, auch mit einem kleineren Wohnraum auszukommen, höher ist. Zum Dritten ist der Anteil von Wohneigentum in den Großstädten nicht so hoch wie auf dem Land, so dass hier eine Anpassung des Wohnraums an den Platzbedarf schneller erfolgt.

Wohnung muss Toilette haben

Laut Statistischem Landesamt muss eine Wohnung übrigens genau definierte Kriterien erfüllen, um als solche zu gelten. In den Erläuterungen schreiben die Statistikexperten aus Halle: „Eine Wohnung ist die Summe der Räume, die die Führung eines Haushalts ermöglichen. Eine Wohnung hat grundsätzlich einen eigenen abschließbaren Zugang unmittelbar vom Freien, einem Treppenhaus oder einem Vorraum, ferner Wasserversorgung, Ausguss und Toilette, die auch außerhalb des Wohnungsabschlusses liegen können.“

Aussagen über die Größe und Qualität des verfügbaren Wohnraums könnten aufgrund der Wohnungszahlen nicht getroffen werden, heißt es in den Erläuterungen außerdem.

Höchststand 2003

Übrigens: Im Jahr 2003 hatte die Zahl der Wohnungen pro 1000 Einwohner in Magdeburg laut Statistischem Landesamt mit 636,5 einen Höchststand erreicht. In den vergangenen Jahren pendelte er dann zwischen 607 und 620. Im Jahr 1995 lag dieser Wert noch bei 529,5. Der Rückgang der Wohnungen pro Einwohner darf nicht zuletzt als Zeichen dafür gewertet werden, dass der Wohnungsleerstand in den vergangenen Jahren in Magdeburg angesichts des Abrisses leerstehender Wohnungen einerseits und des Anwachsens der Einwohnerzahl andererseits gesunken ist.

Die pro Einwohner verfügbare Wohnfläche ist von 32,9 Quadratmeter im Jahr 1995 auf 42,5 Quadratmeter im Jahr 2013 gestiegen.

Auch in den Vorjahren hatten Immobilienexperten bereits darauf aufmerksam gemacht, dass mit einem Trend zur Singlewohnung auch in Magdeburg sich die Zahl der Haushalte und damit die der benötigten Wohnungen auch bei einem Bevölkerungsrückgang stabilisieren würde.