Magdeburg l Die Stadt Magdeburg schließt eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber. Bereits Ende November 2018 soll das Gebäude in der Windmühlenstraße 29 komplett leergezogen werden. Anschließend soll das Gebäude samt Grundstück in Rothensee verkauft werden.

Hintergrund der Entscheidung, die noch im Finanzausschuss sowie im Stadtrat Magdeburg in nicht-öffentlicher Sitzung abgesegnet werden muss, sind die stark gesunkenen Zuweisungszahlen des Landes Sachsen-Anhalt. Kamen im Jahr 2015 noch 2746 Asylbewerber aus den Erstaufnahmeeinrichtungen nach Magdeburg, wurden 2018 bis zum Stichtag 17. Oktober lediglich 121 Menschen in die Elbestadt geschickt.

Mehr Asylbewerber gehen als kommen

Zwischen Januar und August 2018 verließen jeden Monat mehr Asylbewerber die Stadt Magdeburg als herkamen (41 zu 13 im Schnitt). Mit der geplanten Änderung des Aufnahmegesetzes zu Beginn des kommenden Jahres soll die durchschnittliche Verweildauer in den Landesaufnahmeeinrichtungen zudem auf 18 Monate angehoben werden, was erneut weniger Zuweisungen bedeutet.

Die Folge der stark gesunkenen Zahlen: Die Gemeinschaftsunterkünfte im Stadtgebiet von Magdeburg stehen zu einem Großteil leer. Über 2700 Plätze gibt es in Magdeburg, die aktuell nur zu 45 Prozent ausgelastet sind. Weil sich die Zuweisungszahlen auch in absehbarer Zeit nicht ändern werden, hat das Landesverwaltungsamt die Stadt Magdeburg aufgefordert, die Platzzahlen drastisch zu reduzieren. So sollen künftig nur noch insgesamt 1339 Plätze bereitgestellt werden.

Magdeburg will Immobilie verkaufen

Seit 1999 wurde das ehemalige Wohnheim als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Weil die Stadt Magdeburg nun keine Verwendung mehr für die 138 Plätze hat, soll das Gebäude verkauft werden. Bis Frühjahr 2019 laufen noch Dienstleistungsverträge, danach reduzieren sich die laufenden Kosten auf ein Minimum, so dass durch die Schließung der Haushalt entlastet wird.

Seitdem seit 2016 die Zahlen der Asylbewerber wieder sinken, hatte die Stadt Magdeburg bereits mehrere Gemeinschaftsunterkünfte geschlossen. So wurden Einrichtungen am Deichwall, im Lorenzweg, am Westring sowie in der Kleinen Schulstraße aufgegeben. Weiterhin geschlossen wurden die Unterkünfte in der Grusonstraße, in Alt-Westerhüsen, in der Agnetenstraße und Bruno-Taut-Ring. Teilweise mussten hohe Ablösesummen gezahlt werden, um aus den seinerzeit langfristig geschlossenen Mietverträgen herauszukommen.

Aktuell sind Asylbewerber noch in der Sandbreite, in der Saalestraße, in der Bahnikstraße, im Unterhorstweg und in der Münchenhofstraße untergebracht.