Magdeburg l Der Weg zur Reaktivierung zweier alter Speicher im Wissenschaftshafen Magdeburg zu Wohnzwecken ist frei: Der Magdeburger Stadtrat hat auf seiner Dezembersitzung 2018 die Satzung zur Bebauung beschlossen. In den beiden Silos sollen 240 Wohnungen entstehen, im Erdgeschoss sind Gewerberäume geplant.

Das Gebiet liegt im Bereich des Kulturdenkmals „Handelshafen Magdeburg - Neustadt“. Die beiden Gebäude, bei denen es sich um sogenannte Reichseinheitsspeicher handelt, stehen allerdings nicht als Einzelgebäude unter Schutz. Sehr wohl gilt das für die Gleisanlagen in dem Gebiet. Die Vorhaben in dem Gebiet sind laut Satzung mit dem Denkmalschutz abzustimmen.

Lärmschutz durch Verglasung

In der Satzung ist festgeschrieben, dass mittels technischer Lösungen eine Wohnnutzung möglich wird, die keine Nachteile für die vorhandenen Gewerbebetriebe im Umfeld auch mit Blick auf deren künftige Entwicklung haben. Unter anderem spielen hier spezielle Verglasungen und eine geschickte Anordnung der Räume für diesen Punkt eine wichtige Rolle.

Die öffentliche Erschließung für den motorisierten Straßenverkehr soll am Hafenbecken über die Werner-Heisenberg-Straße erfolgen. Für Radfahrer, Fußgänger und Skater soll das neue Wohngebiet über das Sarajevo-Ufer zugänglich sein.

290 Parkplätze werden geschaffen

Bei jeder Investition ist heute eine wichtige Frage: Wo sollen die Autos der Bewohner und Besucher untergebracht werden? Geplant ist für das Gelände eine Stellplatzanlage mit zwei offenen Parkdecks und je zwei oberirdischen und einer Kellerebene für jeweils etwas 110 Stellplätze. Dazwischen gibt es einen Stellplatzstreifen auf den Gleisanlagen. Zusätzlich sind Stellplatzflächen entlang der Werner-Heisenberg-Straße, östlich und westlich von Silo A und entlang einer Straße festgesetzt. Insgesamt sollen etwa 290 Stellplätze geschaffen werden.

Das sind zu viele, meinen die Bündnisgrünen. Doch ihr Vorstoß, weniger Parkplätze zu bauen, fand keine Mehrheit. Die Grünen wollten auf die Hälfte der Stellplätze verzichten. Dies, so Grünen-Stadtrat Tom Assmann, entspreche den künftigen Anforderungen an eine moderne Stadt eher, und freibleibende Flächen könnten für andere Zwecke genutzt werden.

Als Gegenargument wurde unter anderem genannt, dass die geplanten Stellplätze dem entsprechen, was in der alten Stellplatzsatzung gefordert wurde. Der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann hatte darauf verwiesen, dass bei einem Verzicht auf ausreichend Stellplätze die Parkplätze der wissenschaftlichen Institute und der Unternehmen im Wissenschaftshafen wahrscheinlich komplett zugeparkt würden. Und Bauausschuss-Vorsitzender und SPD-Stadtrat Falko Grube hatte darauf verwiesen, dass die Parkpaletten problemlos wieder demontiert werden könnten, wenn eines Tages kein Bedarf mehr nach Stellplätzen bestehe.