Magdeburg l Weite Teile der Bördebrauerei in Magdeburg hat die Berliner The Grounds AG erworben. Das Unternehmen plant dort für über 100 Millionen Euro ein neues Stadtquartier mit Hunderten Wohnungen in bis zu zehn Neubauten zu entwickeln. Mehrere Jahre wird die Umsetzung dauern.

Hinweise an den Investor

Schon jetzt hat sich der Magdeburger Gestaltungsbeirat mit den ersten Ideen beschäftigt. In das Gremium hat die Magdeburger Stadtverwaltung eine Reihe von Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Denkmalschutz und Landschaftsgestaltung berufen, die mit ihren Hinweisen Bauherren bei ihren Vorhaben unterstützen wollen.

Was das Areal an der Sieverstorstraße angeht, hat der Beiratsvorsitzende Carl Schagemann die Hinweise des Gremiums im Bauausschuss erläutert. Es handele sich um ein anspruchsvolles Vorhaben, das nicht zuletzt aus städtebaulichen Überlegungen zu begrüßen sei.

Biergarten in neuem Wohnquartier

Zu den Empfehlungen gehört, dass die Blöcke an den Erschließungsstraßen geschlossen werden. So würden private Bereiche geschaffen, die ganz im Sinne der Mieter vor Straßenlärm geschützt seien. Auch die Einflüsse eines Biergartens auf die Privatsphäre würden gedämmt. Und einen Biergarten wird es nach jetzigem Stand im Bereich des alten Sudturms geben, der damit für die Zukunft seiner ursprünglichen Bestimmung wieder nähergebracht würde. Ausdrücklich wird eine solche Nutzung vom Gestaltungsbeirat begrüßt.

Überhaupt sollte darauf geachtet werden, dass halböffentliche und private Bereiche getrennt werden. Als Beispiel nennt Carl Schagemann einen öffentlichen Weg, der im rückwärtigen Bereich eines der Wohnhäuser verliefe und der kaum im Sinne der Bewohner des Gebäudes sein dürfte.

Historische Reste würdigen

Auch zwei andere historische Reste der Brauerei sollten aus Sicht des Gestaltungsbeirats gewürdigt werden. Zum einen geht es um den historischen Zugang am alten Pförtnerhäuschen an der Sieverstorstraße. Diese Strecke sollte mit einem öffentlichen Wegerecht versehen werden.

Zum anderen geht es um die Natursteinmauer an der Ansbacher Straße. Sie sollte in die Blockrandbebauung eingebunden werden. „Damit kann der Geländesprung aufgenommen werden, und es ist sehr gut vorstellbar, die Mauer an den erforderlichen Hauseingangspositionen zu durchdringen“, erläutert Carl Schagemann den Vorschlag aus dem Gestaltungsbeirat. Damit vergibt das Gremium nicht allein Hausaufgaben an den Investor. Auch das Stadtplanungsamt ist gefragt. Denn in der Ansbacher Straße müsste dann möglicherweise das Straßenprofil verändert werden.

Ebenfalls im Blick hat der Gestaltungsbeirat ein einzeln stehendes Gebäude, das am Rande des Geländes einen eigenwilligen Grundriss aufweisen würde. Carl Schagemann: „Das sieht ein bisschen nach 70er Jahren aus.“ Es sollte besser geprüft werden, ob sich auch in diesem Bereich eine geschlossene Bebauung schaffen lasse.