Magdeburg l Plötzliches Fieber, Husten, der ganze Körper schmerzt – typische Anzeichen einer Influenza. In Magdeburg werden jetzt die Auswirkungen der Grippewelle immer deutlicher. Der sprunghafte Anstieg in Sachsen-Anhalt macht sich auch hier bemerkbar. Landesweit kletterte die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen von 226 Ende Januar auf 600 Anfang Februar und 962 aktuell. In der ersten Januarwoche waren landesweit nur 10 Fälle registriert worden.

Inzwischen liegt allein Magdeburg weit darüber. Hier war die Zahl von Grippe-Neuerkrankungen von 29 vor zwei Wochen auf 57 in der Vorwoche gestiegen. Das sind nur die amtlich belegten Zahlen, die sich aus Meldungen von Laborbefunden und einer repräsentativen Zahl von Kindereinrichtungen ergeben. Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen dürfte höher sein, schätzen Experten ein. Das für die Dokumentation zuständige Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt spricht von einer gleichbleibend „sehr hohen Influenza-Aktivität“ in der Stadt. Es könnte noch Wochen dauern, bis die Welle mit schweren Atemwegserkrankungen in Magdeburg abebbt.

Impfschutz braucht zwei Wochen bis er wirkt

Deshalb hält es auch Magdeburgs Gesundheitsamtsleiter Dr. Eike Hennig für durchaus sinnvoll, sich auch jetzt noch impfen zu lassen. Zwei Wochen etwa dauert es, bis der Schutz erreicht ist. Hennig geht davon aus, dass jeder, der sich noch eine Spritze beim Arzt geben lassen will, seine Impfung bekommt. Notfalls lohne es sich, in verschiedenen Arztpraxen nachzufragen.

Schon im Januar waren vielerorts die Impfstoffe knapp geworden. Die Deutschen zeigen sich in diesem Winter impffreudiger, was für eine steigende Nachfrage sorgte. Die drei- bis vierfach erhöhte Erkrankungsrate im Vorjahr könnte Anlass gewesen sein. Auch die flächendeckende Verabreichung des wirksamen 4-fach-Impfstoffs hat wohl die Impflaune gesteigert. Doch wer sich jetzt noch impfen lassen will, muss womöglich suchen. Mehrere Apotheken in Magdeburg meldeten gestern bei einer stichprobenartigen Umfrage, der Grippeimpfstoff sei ausverkauft.

Anders in der Kaiser-Otto-Apotheke am Uniplatz. Inhaber Winfried Rüter hat noch eine Handvoll Präparate im Original auf Lager und machte gestern für die Volksstimme den Test. Der Apotheker konnte bei seinem Lieferanten problemlos nachordern: einen qualitativ gleichwertigen EU-Import aus Spanien. Dort sind bislang nicht so viele Impfstoffe nachgefragt worden, so dass es einen Überhang gibt. Auf Kassen- oder Privatrezept gibt es dort also noch Impfstoff. Der kleine Pieks gilt nach wie vor als die beste Schutzmaßnahme gegen die Influenzaviren.