Magdeburg l  Nach der Infektion eines Kollegen wurden 16 Einsatzkräfte in Quarantäne geschickt und die Dienstpläne der verbliebenen Kollegen entzerrt. Bestandteil des Norfallplans, der grundsätzlich die dauerhafte Einsatzbereitschaft auf akzeptablem Niveau sichern soll, war ein Abschmelzen der permanenten Mindeststärke von 54 auf nur noch 39 jederzeit einsatzbereite Berufsretter. Diese Durststrecke ist vorbei. Nach einer Wiederanhebung der Mindeststärke auf 47 Einsatzkräfte kommen nun noch zwei dazu.

Dieses weiter vorsichtig aufstockende Vorgehen schlägt die Verwaltung dem Stadtrat zur Sitzung am kommenden Donnerstag in einem entsprechenden Beschlusspapier vor. „Der gegenwärtige spontane Anstieg von coronabedingten Infektionen in der Landeshauptstadt Magdeburg erfordert weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit und Wachsamkeit“, begründet die Verwaltung ihren Vorschlag. Eine Erkrankungswelle könne weiterhin grundsätzlich zu einem zeitweiligen Verlust des Großteiles des Einsatzwertes der Berufsfeuerwehr im Brandschutz und Rettungsdienst führen. Dadurch würde der sogenannte „Grundschutz“, die Entsendung eines Löschzuges zu einem Wohnungsbrand innerhalb der gesetzlich festgelegten Hilfsfrist, nicht mehr garantiert.

Vorsichtig wird aufgestockt

Ein solches Szenario will die Verwaltung unbedingt verhindern und vorsichtig aufstocken. Der gegenwärtig geringe Krankenstand und die weiterzuführenden und gegebenenfalls weiter auszubauenden betrieblichen Schutzmaßnahmen ließen aufgrund der aktuellen Lageentwicklung die Rückkehr zur vollen Solldienststärke von 54 Funktionsstellen nicht zu, heißt es weiter im Beschlusspapier für den Stadtrat.

In einem weiteren Zwischenschritt werde die aktuelle Dienststärke von 47 auf 49 Stellen angehoben und die Dienstverteilung von derzeit vier auf drei Wachabteilungen zurückgeführt. So werde das Reaktionsvermögen bei zeitgleichen Einsätzen wieder verbessert und eine volle Einsatzbereitschaft der Technik gewährleistet.

Stand bis Ende September

Vorgesehen ist der Minus-fünf-Betrieb bei der Berufsfeuerwehr zunächst und abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie bis Ende September.