Magdeburg l Gern würde sie schon konkrete Lösungen für Magdeburg vorschlagen, doch dafür ist es noch viel zu früh. Beim Bemühen um die Entwicklung der Magdeburger Innenstadt hat im Juli eine Leerstandsmanagerin ihre Arbeit aufgenommen. Sabrina Gottschalk heißt die immobilienerfahrene Magdeburgerin, die die unterschiedlichen Ziele und Strategien der Landeshauptstadt koordinieren soll. „Aktuell verbringe ich sehr viel Zeit damit, Kontakte zu knüpfen“, erzählt sie. Vor allem in der Innenstadt ist sie unterwegs, um erst einmal einen Überblick zu bekommen, welche Räumlichkeiten leerstehen und wer der Eigentümer ist.

Die Eigentümer werden wahrscheinlich auch der Knackpunkt sein, wenn es darum geht, Geschäfte wiederzubeleben. Schließlich müssen sie überzeugt werden, ihre Immobilien unter Umständen auch für kleines Geld zur Verfügung zu stellen, damit überhaupt erst einmal wieder etwas in ihren Räumlichkeiten stattfindet – sei es in Form von Ladenkonzerten, Künstlerateliers oder anderen Kulturangeboten. Auch Start-ups könnten künftig die Möglichkeit haben, hier gute Startbedingungen zu finden.

Gesamtkonzept soll jedem etwas bieten

Sabrina Gottschalks großes Ziel ist eine Art digitales Portal, in dem sich sowohl Eigentümer als auch Interessenten für Räume eintragen können. Sie können das Profil ihrer Immobilien oder Suchangebote regelmäßig überarbeiten. Nur eines wird nicht möglich sein: dass sie sich gegenseitig sehen. „Dann wären wir nichts anderes als die gängigen Immobilienportale im Internet“, erklärt Gottschalk. Stattdessen wolle die Stadt als Vermittler auftreten und herausfiltern, welches Gesuch zu welcher Immobilie passt, gleichzeitig soll das Gesamtkonzept für die Innenstadt im Blick behalten werden.

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„Die Innenstadt muss für jeden etwas Interessantes zu bieten haben“, ist Gottschalk überzeugt. Auf diese Weise sollen Besucher in die Innenstadt geholt werden – und dann vor Ort auch gleich ihre Einkäufe erledigen.

Das Beste draus machen

Eine undankbare Aufgabe, für die sie sich entschieden hat? „Das sehe ich so überhaupt nicht“, sagt sie. Sie sei ein kommunikativer Mensch und stehe vor einer spannenden Herausforderung. „Und ich habe die Möglichkeit, die Innenstadt mitzuentwickeln“, sagt sie. Aus der vorhandenen Ist-Lage gelte es nun, das Beste zu machen.

Wichtig sei, dass das Zentrum nicht nur als langgestreckte Nord-Süd-Achse, sondern auch in West-Ost-Richtung zwischen Ausgang des neuen Tunnels am City-Carré und Elbe entwickelt wird. Dabei gebe es auch einen Erfahrungsaustausch mit Städten wie Berlin, Chemnitz, Bremen und Hamburg, um nur einige Beispiele zu nennen. Zudem wird Gottschalk mit den Geschäftsstraßenmanagern in Sudenburg, Stadtfeld und Neustadt zusammenarbeiten, so dass gegebenenfalls sich auch Synergien entwickeln.

Inszenierte Innenstadt in Magdeburg

Sabrina Gottschalk hat vorher schon im kommunalen Immobilienmanagement der Stadt gearbeitet. Die Stelle der Leerstandsmanagerin ist Teil des Maßnahmeplans zur Entwicklung der Innenstadt. Er unterteilt sich in vier Bereiche. Dazu gehören Marketing und Kampagnen, die inszenierte Innenstadt, Shopping 4.0 sowie ein Monitoring, bei dem ausgewertet werden soll, was einzelne Maßnahmen gebracht haben.

Wer schon jetzt Interesse hat, sich mit der Stadt in Verbindung zu setzen, kann sich bei Leerstandsmanagerin Sabrina Gottschalk melden unter Telefon  0391/540 26 14 oder per E-Mail an sabrina.gottschalk@ob.magdeburg.de. Kürze soll auf der Internetseite der Stadtverwaltung auch ein Kontaktformular freigeschaltet werden. Melden können sich sowohl Eigentümer leerstehender Objekte als auch Interessenten, die Räume suchen.