Magdeburg l Wenn die Sonne unter- und die Straßenbeleuchtung angeht, ereignet sich derzeit jeden Abend am Elbufer das gleiche Schauspiel: Wie Rauchwolken schwärmen kleine Insekten massenhaft aus, sind Fußgängern und Radfahrern im Weg. Einige Passanten halten sich das Gesicht zu und Radler holen noch einmal tief Luft, bevor sie wieder durch so eine Insektenwolke „tauchen“ müssen.

Die Volksstimme wollte wissen, worum es sich bei den winzigen fliegenden Tierchen handelt und ging in der Dämmerung auf Jagd. Kein leichtes Unterfangen: Unzählige Versuche mit dem Kescher brauchte es, bis drei Insekten in der Dose landeten. Wir fragten den Leiter vom Magdeburger Museum für Naturkunde, Dr. Hans Pellmann, ob er die Tiere einmal für uns unters Mikroskop legen könnte. Das Ergebnis: eine Blattlaus, eine Stechmücke und ein winziger Schmetterling.

Massenhaftes Schlüpfen

Alles keine Insekten, die in so großen Schwärmen vorkommen. Sondern das passe dem Museumsleiter zufolge vor allem zum Verhalten der Zuckmücke. Typisch für diese Insekten, auch bekannt als Tanz- oder Schwarmmücken, sei das massenhafte Schlüpfen aus dem Wasser. Es gibt unter den Zuckmückenarten Weibchen, die ihre Eier über dem Wasser abwerfen oder aber am Ufer ablegen.

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Charakteristisch für die Zuckmücken: Die Männchen bilden riesige sogenannte Tanzschwärme, um die Weibchen anzulocken. Diese Wolken aus Tausenden einzelnen Insekten wiegen dafür auf und ab – genau wie dieser Tage in Magdeburg. Hans Pellmann vom Naturkundemuseum gehe deswegen mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass es sich um Zuckmücken handelt. Und gibt Entwarnung: „Diese Mücken besitzen keinen Stechrüssel.“ Die Zuckmücken könnten also weder zustechen noch sonst irgendwie gefährlich werden.

Noch gut zu wissen: Die Mückenschwärme seien nur phasenweise unterwegs, erklärt Hans Pellmann. Hat zum Beispiel gerade noch Gewitterluft einen Massenschlupf ausgelöst, kann nach dem nächsten Regen, bei starkem Wind oder kälteren Temperaturen schon alles wieder vorbei sein.