Magdeburg l In Windeseile läuft Fabian Haarstark am 14. April 2018 in der Sporthalle der Grundschule Rothensee in Magdeburg von links nach rechts, um die fliegenden Tischtennisbälle in dem kleinen gelben Eimer aufzufangen. Die anderen vier Mitglieder seiner Mannschaft werfen ihm die Bälle über eine Tischtennisplatte hinweg zu und sammeln so schnell wie möglich die danebengegangenen Bälle ein. Es läuft wie am Schnürchen, am Ende landen 26 Bälle innerhalb von zwei Minuten in dem Eimer – eines der besten Ergebnisse an dieser Station.

Fabian Haarstark gehört zur Jugendfeuerwehr Rothensee, beim traditionellen „Spiel ohne Grenzen“ zählten zu seinem Team erstmals auch Mitglieder anderer Wehren. Das war das Motto in diesem Jahr: in gemischten Mannschaften gemeinsam ans Ziel. Per Los wurde am Vormittag entschieden, wer von den Kinder- und Jugendfeuerwehren in insgesamt 21 Mannschaften gemeinsam an einem Strang zieht.

Idee kam vom Jugendforum

Die Idee dazu kam vom Jugendforum, die Sprecher der einzelnen Jugendfeuerwehren treffen sich regelmäßig, um Pläne und Probleme zu besprechen. Von den 20 Stationen hatten einzelne auch die Jugendsprecher vorbereitet. Was das bedeutet, bekommt Paul Scholtissek von der Feuerwehr Ottersleben zu spüren.

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Mit großer Feuerwehrhose, dickem Pullover, Schal und Jacke muss er in Michelin-Männchen-Montur einen Parcours absolvieren. Zwar kommt Paul ziemlich ins Schwitzen, aber es hat geklappt. Nebenan schnappt gerade Pia Knopf, auf einer Trage festgebunden, von der Olvenstedter Wehr nach Marshmallows, ihre Mannschaftskollegen müssen sie – mit verbundenen Augen – direkt zum süßen Ziel navigieren. Funktioniert.

Auch draußen ist derweil eine Trage im Einsatz. Allerdings stehen auf ihr drei Becher mit Wasser. Ganz vorsichtig müssen die Teilnehmer die Trage über Hindernisse transportieren - keine Flüssigkeit darf dabei verschüttet werden.

Jugendflamme Stufe II

Während hier Ruhe gefragt ist, wird es nebenan auf dem Sportfeld rasant. 50 Sprünge in drei Minuten ist das Ziel beim Seilspringen. Der achtjährige Johann Schnorr von der Kinderfeuerwehr Olvenstedt schafft es. Hinter ihm fliegen derweil die Stiefel. Am Vormittag liegt die Höchstleistung bei 22 Metern im Stiefel-Weitwurf.

Um die Schnelligkeit geht es beim CD-Auffädeln am Rande des Spielfeldes, um die Genauigkeit beim Schätzen. Die Fragen lauten: Wie viele Erbsen befinden sich in dem Marmeladenglas? Wie schwer ist ein Verteiler? Genauigkeit ist auch beim Aufschrauben der Muttern gefragt. Mit Handschuhen müssen die jungen Feuerwehrmitglieder die passenden Muttern für die mehr als zwei Dutzend Schrauben finden.

Lecker wird es an der benachbarten Station. Dort spießt Ines Rögner von der Freiwilligen Feuerwehr Olvenstedt verschiedenes Obst und Gemüse auf. Die Teilnehmer müssen mit verbundenen Augen raten - vom Radieschen bis zur Zitrone. „Das kenne ich alles von meiner Oma“, sagt Jan Wilke aus Olvenstedt, der am Sonnabend alle Gemüsesorten richtig errät. Mit ihm im Team ist Jeremie Kuplich aus Rothensee - verantwortlich für die Obstsorten. Auch er erkennt sie alle.

Medaillen für alle Teilnehmer

Neben all dem Spaß wird es für insgesamt 22 Jugendliche am Sonnabend auch ein wenig ernst. Sie absolvieren das Abzeichen der Jugendflamme Stufe II und müssen nachweisen, was sie bereits gelernt haben. Dazu gehören: eine Einsatzstelle absperren, Schläuche kuppeln und Standrohr setzen. Für die 22 gibt es am Nachmittag die Anstecknadel und für alle Teilnehmer eine Medaille. Magdeburgs Stadtkinder- und Jugendfeuerwehrwart Robert Heinemann freut sich am Sonnabend besonders über die neue Form der gemischten Mannschaften. Heinemann: „Wenn später größere Einsätze sind, müssen sie auch mit anderen Feuerwehren zusammenarbeiten.“