Magdeburg l Magdeburg hat den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" verpasst. Die Jury aus internationalen Kulturexperten entschied sich am 28. Oktober 2020 für Chemnitz. Im Finale standen außerdem Hildesheim, Hannover und Nürnberg. Trotz eines starken Bewerbungsbuches konnte Magdeburg offenbar die Jury nicht vollständig überzeugen. Genaue Ursachen dazu stehen noch nicht fest.

Enttäuschung beim Fest

Bei einem zeitgleich zur Verkündung stattfindenden Kulturfest war die Enttäuschung zu spüren. Aber es wurde auch Mut gemacht. Magdeburgs OB Lutz Trümper sagte: "Meine Trauer dauert nur bis zum Abend. Wir wollen viele Dinge umsetzen." Magdeburg sei aber nicht "total gescheitert". Magdeburg müsse seinen Weg weiter gehen. Es gehe dabei nicht darm, die "größten und schönsten Theater" zu haben. Kulturhauptstadt sei ein Prozess. Magdeburgs Bewerbungsleiter Tamas Szalay zeigte sich enttäuscht, hob aber hervor, dass man kein verlierer sei, sondern den Titel nicht gewonnen habe. Es gebe starke Konzepte, die umgesetzt werden könnten. Was konkret gemacht werde, werde in den nächsten Wochen entschieden.

Trümper machte aber auch Mut. Die Magdeburger ließen sich durch Niederlagen nicht entmutigen. Sie hätten auch in der Vergangenheit bewiesen, wieder aufzustehen. Das werde auch dieses mal so sein, betonte er.

In der Kultureinrichtung war die Bekanntgabe der Jury live per Videostream verfolgt worden. Magdeburg hatte sich mit einem starken Bewerbungsbuch bei der Jury um den Titel beworben. Dabei ging es um zahlreiche Projekte, die bis zum Festjahr 2025 angeschoben und umgesetzt werden sollten. Magdeburg hatte das Motto "Out of the Void" (Raus aus der Leere) im ersten Bewerbungsbuch zu "Force of Attraction" (Anziehungskraft) im zweiten Buch gewandelt.

Zusagen von 180 Partnern

In der Bewerbung Magdeburgs hatten die Wissenschaftsstadt, Geschichte, Sport und Kultur eine große Rolle gespielt. Für das Festjahr 2025 selbst hatten die Organisatoren  rund 180 internationale Partner und mehr als 100 Partner aus der Stadt gewonnen. Dabei ging es um den Austausch zwischen Bürgern, Gästen, Wissenschaftlern, Kulturleuten und vielen anderen Bereichen. Außerdem gab es Finanzzusagen von mehr als 60 Millionen Euro von Partnern. Was von den Plänen nun trotzdem umgesetzt wird, ist noch offen.

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Vorgänger Essen und Weimar

Jüngste europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor auch schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988). Kulturhauptstädte 2020 sind Rijeka in Kroatien und Galway in Irland.

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