Magdeburg l Seit 2010 ist Magdeburg Ottostadt. Nach anfänglichen Schimpftiraden aus Teilen des Stadtrates – Ex-Linksfraktionschef Frank Theile nannte die Otto-Werbekampagne anno 2011 den „Gipfel der Verschleuderung öffentlicher Mittel“ – hatte sich das eingängige Ottolabel als Magdeburger Erkennungszeichen in den Vorjahren durchgesetzt und nur noch wenige prinzipielle Gegner im Rat. Zur Fortführung der Kampagne mit gleichem Budget und ähnlichem Inhalt (siehe Infokasten) im Jahr 2020 zeichnet sich Zustimmung ab.

Otto feiert als Werbebotschafter für Magdeburg seinen zehnten Geburtstag im alten Gewand, hält seinen Kopf und eine Stange Geld fürs Kaiser-Otto- und Editha-Fest, Telemann, den „Großen Preis der Ottostadt“ auf der Rennbahn und Magdeburger Mode hin. Neuerdings geht Otto aber auch ins Dommuseum (Sponsoring von Veranstaltungen), spielt Schach bei den Deutschen Meisterschaften in Magdeburg und heiratet sozusagen eine nach der anderen in der „Hochzeitshochburg“ Magdeburg.

Extra-Budget zur freien Finanzierung

Daneben gibt es wie schon in den Vorjahren einen freien Fonds zur Finanzierung kleinerer Veranstaltungen und Projekte von lokalen Gruppen und Einzelpersonen und – das nun weist endlich in die Zukunft – ein immerhin mit knapp 14.000 Euro ausgestattetes Budget zur Weiterentwicklung der Stadtwerbekampagne über ihren zehnten Geburtstag hinaus. Zur Fortführung der Otto-Kampagne sollen neue Vorschläge unterbreitet und bei deren Vorbereitung auch die Bürger angehört werden. Voraussichtlich im September 2020 soll der Stadtrat entscheiden, wie die Werbestrategie in den kommenden Jahren weitergeführt wird.

Federführende Akteure des Werbefeldzuges im Namen der beiden großen Magdeburger Ottos – dem Kaiser sowie dem Wissenschaftler und Bürgermeister – sind neben dem städtischen Wirtschaftsdezernat der Stadtmarketingverein Pro Magdeburg und die stadteigene Marketing, Kongress und Tourismus GmbH (MMKT).

Neues Konzept soll Otto-Marke ergänzen

Die MMKT ist just dabei, eine neue gesamtstädtische Marketingstrategie zu entwickeln, die Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Sport und andere Bereiche der Gesellschaft einbinden soll. Das neue Konzept soll nicht die Ottostadt-Kampagne ersetzen, sondern diese sinnvoll ergänzen und vor allem im Außenmarketing stärken.