Magdeburg l Hoch hinaus baut Herbert Beesten ein Kartenhaus aus Bierdeckeln. Der Vorsitzende des Magdeburger Fördervereins der Schriftsteller hat in seinem Arbeitszimmer den ersten Satz von insgesamt 10.000 Bierdeckeln ausprobiert, die sich dank der Schlitze zu unzähligen Varianten als Bauwerke oder als Abstraktion anderer Objekte oder Lebewesen zusammenfügen lassen. Im Februar 2019 sollen die Bierdeckel in Magdeburger Kneipen verteilt werden.

Herbert Beesten: „Mit den Bierdeckeln möchten wir mit unseren Partnern auf die literarische Veranstaltungsreihe ,form & sprache‘ aufmerksam machen.“ Mit dieser beteiligen sich die Magdeburger am Bauhausjubiläum und möchten Gäste der Kneipen dazu ermuntern, an den Tischen selbst kreativ zu werden. Die Schriftsteller verweisen auf den Bierdeckeln dabei auch auf ihre Homepage, wo es Informationen zu den einzelnen Terminen gibt.

Bienenhäuser im Bauhausstil

Neben den Lesungen gehören zum Programm auch Performances. Nicht zuletzt wurden und werden in einer Holzwerkstatt zusammen mit Freiwilligen Bienenhäuser gebaut, die sich an Magdeburger Häusern aus der Zeit der Moderne in den 1920er Jahren orientieren. Diese Bienenhäuser sollen – bevor sie eine Heimstatt für Insekten bilden – als Kulisse für die Veranstaltungen dienen.

Für Magdeburg beutete die Zeit der Moderne eine Blüte. Mit der Deutschen Theaterausstellung, deren Jubiläum in der Landeshauptstadt bereits gefeiert wurde, hatte sich die Elbestadt einen Namen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus erarbeitet. Mit Bruno Taut, Johannes Göderitz, Carl Krayl, Wilhelm Deffke und anderen hatte Magdeburg in der Ära der Bürgermeister Hermann Beims und Ernst Reuter eigene Akzente in der Moderne gesetzt.

Bis heute gibt es beispielsweise mit dem Gebäude der AOK, mit der Stadthalle und der Hermann-Giesler-Halle, mit Siedlungen beispielsweise in Brückfeld, Cracau und Stadtfeld sowie mit dem Forum Gestaltung bedeutende Zeugnisse jener Zeit.