Bürgerservice

Keine Empfehlung für Ausweis-Abhol-Automaten in der Magdeburger Verwaltung

CDU-Fraktion will flexible Möglichkeiten für die Bürger, die Verwaltung ist dagegen

Von Christina Bendigs
Die Ausgabeterminals für Ausweispapiere gibt es in Ludwigsburg bereits seit 2019 ? und sie würden gut angenommen, informiert die Pressestelle der Stadt auf Volksstimme-Nachfrage.
Die Ausgabeterminals für Ausweispapiere gibt es in Ludwigsburg bereits seit 2019 ? und sie würden gut angenommen, informiert die Pressestelle der Stadt auf Volksstimme-Nachfrage. Foto: Simon Sachseder/dpa

Magdeburg - Es klingt nach einem angenehmen System: Wenn ein Bürger einen neuen Ausweis benötigt und er von der Behörde ausgestellt wurde, hinterlegt die Behörde das Dokument in einem Schließfach und der Bürger kann es dort flexibel abholen. Sogenannte „Smart Terminals“ (zu Deutsch: Schlaue Automaten) könnten dies ermöglichen. Auf Antrag der CDU-Fraktion und mit Beschluss des Stadtrates sollte die Verwaltung prüfen, wo die Aufstellung solcher Smart Terminals möglich wäre. Die Verwaltung kommt auch zu einem Standort, lehnt die Aufstellung der Terminals aber eigentlich ab. Der Aufwand sei zu groß, erklärt Ordnungsbeigeordneter Holger Platz in seiner Stellungnahme zu dem Antrag.

Prinzipiell sei ein Dokumenten-Abhol-Terminal gerade in der kontaktbeschränkten Arbeitssituation eine gute Logistik-Alternative, um Ausweisdokumente rund um die Uhr dem Bürger zur Abholung bereitzustellen, erklärt Platz.

Jedoch sei bei der Anschaffung, Aufstellung, Bereithaltung und Überwachung mit einem hohen personellen und finanziellen Verwaltungsmehraufwand zu rechnen.

Neue Prüfung im Zusammenhang mit Internationalem Haus

Bei der Abwägung zwischen Aufwand und Nutzen für beide Seiten sei bereits bei einer Abwägung im Jahr 2020 und auch bei erneuter Überlegung im Februar 2021 diese Logistik-Alternative auch im Hinblick auf die Kosten verworfen worden, so Platz.

Für den neuen Standort des International House im Nordabschnitt des Breiten Weges, in welchem das Bürgerbüro Mitte und ein Team der Ausländerbehörde dann untergebracht werden, werde die Diskussion zum Aufstellen eines Dokumenten-Abhol-Terminals innerhalb des Fachbereiches wiederaufgenommen.

Dabei könne dann auch die Erfahrung der Behörden in Deutschland ausgewertet werden, die sich für ein Aufstellmodell entschieden haben. Als Aufstellstandort komme aus Sicht von Holger Platz nur ein Behördenstandort in Betracht. Bei der Standortauswahl seien auch weitere Kriterien zu beachten, wie zum Beispiel Baurecht, Statik, IT, Rettungswesen, Diebstahl, Versicherungen und noch einiges mehr.

Gute Erfahrung in Ludwigsburg

Das Vorhaben sei derart komplex, dass es nur durch eine sachliche Prozessanalyse bewertet werden kann. Dabei seien auch der Beauftragte für den Datenschutz und weitere Vertreter von Behörden einzubeziehen. Zudem müssten Servicetechniker bei Störfällen eine unmittelbare Betriebsbereitschaft wiederherstellen. Die Verwaltung befürworte daher das Aufstellen von Smart Terminals nicht.

Gute Erfahrungen habe dagegen bereits die Stadt Ludwigsburg in Baden-Württemberg mit den Smart-Terminals gemacht, wie Pressereferentin Meike Wätjen informiert. Die Terminals gebe es dort seit 2019. Probleme mit Vandalismus habe es bislang nicht gegeben.