Magdeburg l In drei Monaten, am 14. Juni 2019, feiert das Theater Magdeburg Premiere mit seinem Domplatz-Open-Air "Chicago". Einmal mehr war das Open-Air - nicht die Aufführungen, sondern der Standort - im vergangenen Jahr Gegenstand von Kontroversen.

Die Zahl der Kritiker eines alljährlich im Sommer wochenlang verbauten Domplatzes in Magdeburg wächst. 2018 wechselte sogar die Unternehmervereinigung IG Innenstadt ins Lager der Domplatz-Open-Air-Gegner. Darauf reagierte die Ratsfraktion CDU/FDP/BfM im August 2018 mit Vorschlägen zur Güte.

Stadtrat beschloss Prüfung von Alternativen

Der Stadtrat folgte dem Wunsch der Fraktion nach Prüfung einer verkürzten Aufbauzeit, verbesserter Außenansicht, einer für jedermann offenen Gastronomie bei Reduzierung der Sperrfläche auf Bühne und Tribünen, einer Kooperation von Theater und ansässiger Gastronomie z. B. bei Führungen während der Aufbauphase und einer Auslagerung des Domplatz-Open-Air alle zwei Jahre an einen anderen Standort (z. B. Elbauenpark, Technikmuseum, Zoo).

Ein halbes Jahr brauchten Theater und Verwalter, das Prüfergebnis in Schriftform vorzulegen. Verfasst hat es der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle (SPD) - man darf unterstellen nach Zuarbeit der Theaterleitung - Punkt für Punkt in ablehnender Pose.

Absage an Kompromisse

Puhle respektive das Theater erklärt, dass die Aufbauzeit bereits 2011 verkürzt und damals ein Zweischicht-Aufbaubetrieb bis 21 Uhr eingeführt wurde. "De facto sprechen wir von 15 Tagen Aufbau. Daran schließen sich drei Wochen Proben an", heißt es in der Stellungnahme und dass weitere Einschnitte nicht vertretbar seien. Der schon in den vergangenen Jahren mit historischen Stadtansichten verkleidete Bauzaun bleibt, wie er ist, Container würden "im neutralen Weiß" geordert, Tribüne und Regieturm verkleidet - keine Änderungen geplant.

Eine Rückverlegung des Einlasses hinter die Gastronomie sowie deren Öffnung für alle sei aus logistischen und aus Gründen des Personalaufwandes nicht zu realisieren. Eine Zusammenarbeit mit umliegenden Gastronomen wird nicht erwogen, da "das gastronomische Konzept extern und intern unterschiedliche Besucher und Frequenzen" habe.

Domplatz-Open-Air als Marke

Schließlich: Rundweg abgelehnt wird die Verlagerung des Open-Airs alle zwei Jahre an einen anderen Ort. Puhle: "Ein Zweijahreswechsel verändert den Wirtschaftsplan des Theaters betreffs Kostendeckungsgrad erheblich. Zudem lebt eine solche Veranstaltung von seiner ,Marke', wozu auch die Jährlichkeit gehört." Puhle warnt vor "enormen Besucherverlusten", taste die Stadt Magdeburg das Open-Air auf dem Domplatz an.