Magdeburg l Das Klinikum Magdeburg bekommt einen neuen Geschäftsführer. Am 1. Juli übernimmt Guido Lenz die Leitung des kommunalen Krankenhauses am Rande von Neu-Olvenstedt. Der 47-Jährige wechselt aus dem Ameos-Klinikum Schönebeck nach Magdeburg. Seit 2012 ist Lenz Krankenhausdirektor am Schönebecker Haus. Im Magdeburger Klinikum übernimmt er das Zepter von Knut Förster. Der scheidende Chef der gemeinnützigen und zu hundert Prozent im Stadtbesitz befindlichen Klinikumsgesellschaft Magdeburg hat bereits im Vorjahr das Rentenalter erreicht und geht in den Ruhestand.

Der Neubesetzung der verantwortungsvollen Stelle ist ein monatelanger Findungsprozess vorausgegangen. Auf die Ausschreibung der Geschäftsführerstelle waren nach Angaben von Bürgermeister Klaus Zimmermann (CDU), Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Klinikum Magdeburg gGmbH, mehr als 40 Bewerbungen erfolgt. „In einer ersten Auslese kamen rund 15 Bewerber in die engere Wahl, bis schließlich eine Handvoll Bewerber sich im Verwaltungsausschuss persönlich vorstellen konnten“, so Zimmermann. Bei der Suche nach dem künftigen Chef fürs Klinikum hat sich die Stadt laut Zimmermann auch externen Sachverstandes bedient. „Wir hatten dabei ein Beratungsunternehmen zur Seite.“

Mitte Januar votierte schließlich die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungsausschusses für Lenz. Ende Januar beauftragte eine Ratsmehrheit in nichtöffentlicher Sitzung die eigenen Gesellschaftervertreter zur Bestellung von Lenz als Geschäftsführer der Klinikum Magdeburg Gesellschaft ab 1. Juli 2017 für die Dauer von fünf Jahren. Der entsprechende Vertrag ist laut Zimmermann inzwischen von beiden Seiten unterzeichnet.

Guido Lenz darf man als ein „Magdeburger Kind“ bezeichnen, auch wenn der Mann 1969 im altmärkischen Klötze zur Welt kam; aufgewachsen ist Lenz in Magdeburg. Nach einer kaufmännischen Lehre studierte er von 1991 bis 1998 Betriebswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität. Unmittelbar nach dem Studienabschluss begann Lenz am damaligen Kreiskrankenhaus Schönebeck als Controller und arbeitete sich in den Folgejahren zunächst zum stellvertretenden Verwaltungsleiter, dann zum kaufmännischen Leiter hoch. 2010 kehrte Lenz Schönebeck für zwei Jahre den Rücken und sammelte Erfahrungen in der Verwaltungsebene einer Klinik in Oberbayern. 2012 kehrte er zurück und leitet seither das Schönebecker Ameos-Klinikum.

Der Stadtrat setzt mit Lenz auf einen in der Region verhafteten Bewerber mit reichlich Erfahrung in der Kranken-hausverwaltung.

In der Vergangenheit hatte die Stadt bei der Besetzung der eigenen Klinikumsspitze nicht immer eine glückliche Hand bewiesen. 2012 trennte sie sich vom damaligen Geschäftsführer Andreas Brakmann nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihm und großen Teilen der Klinikumsbelegschaft, die in reihenweise Untreuevorwürfe inklusive staatsanwaltlicher Ermittlungen mündeten.

Damals wurde Knut Förster, 1998 bis 2004 Verwaltungsdirektor am Klinikum, in höchster Not und Eile quasi zurückgeholt und ohne Ausschreibungsverfahren mit einstimmigem Ratsbeschluss zum Brakmann-Nachfolger bestellt.