Magdeburg l Als einen Grund für den von ihm erwogenen vorzeitigen Rücktritt im Sommer 2021 benannte der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper in einer Wutrede am 7. Dezember 2020 „geheime Akten“, die in der eigenen Stadtverwaltung anderthalb Jahre hinter seinem Rücken geführt worden seien, konkret – das sprach Trümper offen aus – im Dezernat I. Dessen Chef Holger Platz, ebenfalls ein SPD-Mann, widerspicht jetzt öffentlich Trümpers Andeutungen auf eine Intrige und sagt: „Es gibt keine Geheimakte, sondern nur einen Prüfvorgang!“

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Seine Mitarbeiter hätten zum Schutz des Oberbürgermeisters rechtzeitig rechtliche Klarheit über die Möglichkeit für seine erneute Kandidatur nach Ablauf von Trümpers regulärer Amtszeit im Sommer 2022 herstellen wollen. Trümper ist dann 67 Jahre alt.

Das Landesverwaltungsamt bestätigt eine „Causa Trümper“. Eine Prüfung sei veranlasst worden, weil eine erneute Kandidatur Trümpers der erste mögliche Fall nach Änderung der Vorschriften im Jahr 2018 gewesen wäre und eine Kandidatur mit 67 sowie die Amtsausübung bis 74 ein Novum in Sachsen-Anhalt.

Das Prüfverfahren endete bereits im April 2020 mit einem für Trümper positiven Ergebnis. Dass er erst im Nachgang darüber in Kenntnis gesetzt wurde, erboste Trümper dennoch dermaßen, dass er laut Platz ein Disziplinarverfahren gegen den federführenden Mitarbeiter des Rechtsdezernates anstrebte. Das Landesverwaltungsamt habe die Vorwürfe Trümpers gegen den Mitarbeiter entkräftet, gibt Platz zu Protokoll.

Trümper wollte die Aussagen seines Beigeordneten zunächst nicht weiter kommentieren.