Magdeburg l Betrüger suchen in Telefonbüchern gezielt nach altmodischen Vornamen. Im Telefonat täuschen sie dann eine verwandschaftliche Beziehung und angebliche Notfälle vor, um Geld zu ergaunern. Wiederholt haben Diebe auf diesem Weg Magdeburger Senioren bestohlen. Mitte April 2018 hat eine 83-Jährige durch den sogenannten Enkeltrick 20.000 Euro verloren. Im Dezember 2017 war in Magdeburg ein über 80 Jahre altes Ehepaar betroffen. Von der angeblichen Enkelin wurden auch sie um einen Betrag im fünfstelligen Bereich betrogen.

Besonders oft betroffen sind bei dieser Masche allein lebende, ältere Mitmenschen, weil sie sich meist nicht mit jemandem sofort beraten können. Deswegen weist Polizeisprecher Marc Becher eindringlich darauf hin: „Reden Sie mit Ihren Angehörigen über solche Tricks, damit die Gutmütigkeit der älteren Verwandten nicht ausgenutzt wird.“ Wenn solche Betrüger anrufen, vermitteln sie dem angerufenen Senior, den Anrufer gut zu kennen. Oft beginnen sie das Telefonat mit den Worten: „Rate mal, wer dran ist?“

Im Zweifelsfall auflegen

Sobald dann ein Name genannt wird, geben sich die Täter als diese Person aus. Deswegen rät der Polizeisprecher: „Seien Sie immer misstrauisch, wenn sich jemand nicht mit Namen vorstellt.“ Sobald jemand Geld fordere, heißt es: Auflegen! „Vergewissern Sie sich, ob es wirklich der Verwandte ist und rufen Sie ihn auf der Ihnen bekannten Nummer an“, erklärt Marc Becher.

Glauben die Opfer den Anrufern, treffen sie in nächster Instanz oftmals auf Mitarbeiter ihrer Bank, um das geforderte Geld abzuheben. „Unsere Mitarbeiter sind sensiblisiert, die Kunden anzusprechen, ob alles seine Richtigkeit hat“, sagt Mathias Geraldy von der Sparkasse Magdeburg auf Nachfrage der Volksstimme. Die Mitarbeiter würden in solchen Fällen dazu raten, noch einmal mit Angehörigen Rücksprache zu halten. Werden die Kunden von Unbekannten begleitet, würden sie alleine in ein Büro gebeten, um in Ruhe mit ihnen zu sprechen.

Bank achtet auf die Kunden

Auch von der Deutschen Bank heißt es: „Insbesondere bei älteren Kunden fragen wir bei vom Tagesgeschäft abweichenden Kontovorgängen im Barverkehr explizit nach und weisen auf mögliche Fallstricke hin.“

Doch am Ende gilt: Der Bankkunde kann über sein Geld frei verfügen. Sobald die hohen Summen – oft mehrere Zehntausend Euro – abgehoben sind, schickt der angebliche Verwandte einen Freund vorbei, der das Geld abholen soll. Deswegen betont Polizeisprecher Marc Becher: „Geben Sie niemals Geld an Unbekannte. Wenn Ihr Verwandter oder Freund das Geld so dringend braucht, holt er es auch selber ab.“