Magdeburg l Wer begeht in Magdeburg Straftaten? Mit dieser Frage setzt sich die Polizeiliche Kriminalstatistik auseinander, in den die Tatverdächtigen-Struktur aufgeschlüsselt wird.

Demnach gab es 2018 in Magdeburg 8293??Tatverdächtige, 1751 waren jünger als 21??Jahre. Das entspricht einem Anteil von 21,1??Prozent.

Im langjährigen Vergleich ist der Anteil gesunken. 2009 hatten die unter 21-Jährigen noch einen Anteil von 24,2??Prozent. Den niedrigsten Anteil gab es 2014 mit 18,8??Prozent. Unter den unter 21-Jährigen machen die Heranwachsenden den größten Anteil aus. Von 1751 Tatverdächtigen insgesamt zählten 759 zu den Heranwachsenden, 679 zu den Jugendlichen zwischen 14 und 18??Jahren und 313 waren noch Kinder.

Mehr nichtdeutsche Tatverdächtige

Betrachtet wird in der Kriminalstatistik auch die Entwicklung des Anteils nichtdeutscher Tatverdächtiger. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht. 2014 lag der Anteil noch bei 11,1??Prozent. Im aktuellen Berichtszeitraum 2018 machten sie einen Anteil von 21,5??Prozent aus. Besonders hoch ist ihr Anteil im Bereich der Delikte gegen die Sexuelle Selbstbestimmung.

Wie der amtierende Revierleiter Dietmar Schellbach berichtet, würden auch immer mehr Straftaten von Ehefrauen oder aus der Community angezeigt. "Flüchtlingsfrauen werden offensiver bei Anzeigen", erklärt er. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag in diesem Bereich bei 25,8??Prozent.

Gestiegen ist auch der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger im Bereich der Rauschgiftdelikte. Ihr Anteil lag im Jahr 2016 noch bei 9,6??Prozent, 2017 bei 18,6 Prozent und 2018 bei 21,7??Prozent. Im Bereich der Straßenkriminalität haben diese Tatverdächtigen einen Anteil von 23,1??Prozent.

Statistik umfasst auch EU-Bürger ohne Pass

Dietmar Schellbach betont: "In den Zahlen nichtdeutscher Tatverdächtiger sind auch EU-Bürger ohne deutschen Pass enthalten." Nicht berücksichtigt wurden bei der Betrachtung Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz und das Asylgesetz.

Und wer sind nun die geschädigten Kinder? Jugendliche und Heranwachsende bis 25??Jahre haben zusammen einen Anteil von 14 Prozent. Erwachsene von 25 bis 30 Jahren sind in 12 Prozent aller Fälle betroffen. Erwachsene über 60??Jahre machen einen Anteil von 18 Prozent aus. Mehr als die Hälfte aller Geschädigten sind zwischen 30 und 60 Jahre alt.