Magdeburg l Helles Licht lenkt in den Abendstunden in vielen Städten die Aufmerksamkeit auf bedeutende Bauwerke. Im Vergleich zu diesen wird nach Ansicht vieler Magdeburger der Dom ihrer Heimatstadt nicht ausreichend erhellt. Im Magdeburger Stadtrat ist eine Diskussion darum angeschoben worden, wie das geändert werden könnte. Jetzt hatte der Kulturausschuss des Stadtrats das Thema auf der Tagesordnung – und während der Diskussion wurde deutlich, dass es aus dem Dom selbst deutliche Kritik an einem Mehr an Licht für das 800 Jahre alte Bauwerk gibt.

Aus der Stadtverwaltung Magdeburg war in Sachen Dombeleuchtung ein Zwischenstand auf den Antrag der Gartenpartei vorgelegt worden, welcher eine Mitfinanzierung des Vorhabens u. a. durch die Domgemeinde und die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt zum Ziel hat. Das Baudezernat hat jetzt wissen lassen, dass mit diesen zunächst Gespräche geführt werden müssen, bevor ein Lichtkonzept durch Fachleute erstellt werden kann.

Neue Akzente durch LED setzen

Unter anderem bestünden durch moderne LED-Technik völlig neue Möglichkeiten, eine Lichtwirkung zu erzielen. Seitens der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, die Eigentümer des Domes ist, liegt der Stadt inzwischen ein Schreiben vor, in dem eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft zum Thema signalisiert wird.

Ganz anders sieht das derweil Sören Herbst. Der Bündnisgrüne ist nicht allein Stadtrat und Mitglied im Kulturausschuss. Er ist auch Mitglied in der Domgemeinde. Er machte aus seinem Standpunkt keinen Hehl: „Ich werden den Antrag ablehnen.“ Für diese Position gebe es Rückendeckung aus seiner Kirchengemeinde, so der Stadtrat. „Zum einen haben wir ja eine Beleuchtung für den Magdeburg Dom.“

Stärkere Scheinwerfer unangemessen

Mit stärkeren Scheinwerfern für noch mehr Licht zu sorgen, sei nicht angemessen. Das Gebäude wirke durch seine Monumentalität auch ohne weiteres elektrisches Licht. Zudem sollen weder die Nutzer und Nachbarn des Komplexes, noch die Tier- und Pflanzenwelt auf dem jahrhundertealten Gemäuer gestört werden. In diesem Zusammenhang erinnerte der Grünenstadtrat an die Turmfalken auf dem Magdeburger Dom, die durch grelles Licht vertrieben werden könnten.

Auf der anderen Seite auch der Einwand von Carola Schumann (FDP), die zumindest stundenweise eine stärkere Beleuchtung des Doms für denkbar hält. Und auch Frank Theile aus der Fraktion Links für Magdeburg/ Tierschutzpartei hält es für wichtig, das Thema zumindest zu diskutieren.

Stadtrat Magdeburg entscheidet

Letztendlich hatte Sören Herbst im Kulturausschuss mit seiner ablehnenden Haltung Erfolg: Der Vorschlag der Gartenpartei, neben der Stadt für eine mögliche zusätzliche Beleuchtung u. a. die Domgemeinde und die Kulturstiftung zu einer Mitfinanzierung zu bewegen, scheiterte in diesem Gremium. Bei einer Ja-Stimme, zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen empfiehlt der Ausschuss dem Stadtrat, den entsprechenden Vorschlag nicht zu folgen. Der Stadtrat hatte diesen im Januar 2019 in die Ausschüsse zur Beratung überwiesen und hat jetzt das letzte Wort.