Magdeburg l Bis der erste Ton im neuen Übungszentrum erklingt, wird noch einige Zeit vergehen, stellt Holger Maack, Vorstand der Deutschen Rockmusik-Stiftung, klar. „Mit viel Optimismus Ende 2020“ können aber Musiker aus Magdeburg und Umgebung bis zu 20 Proberäume nutzen, sagt er.

Proberäume sollen hochwertig sein

Vor drei Jahren hatte die 1996 gegründete Stiftung zur Förderung der Musik Bundesmittel erhalten, um in fünf Bundesländern Übungszentren für Musikbands aufzubauen. „Ich freue mich, dass wir das nun auch in Magdeburg tun können“, sagt Holger Maack im Gespräch mit der Volksstimme. „Wir wollen qualitativ hochwertige Proberäume zu sozial verträglichen Gebühren anbieten“, erklärt er die Idee.

Um das umzusetzen, sei man auf der Suche nach Objekten, die ihren ursprünglichen Zweck verloren haben, wie Trafostationen oder Kasernen, erzählt er weiter. In Magdeburg sei man auf das 2003 von den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) vom Netz genommene Umspannwerk in der Liebknechtstraße gestoßen. Ende vergangenen Jahres hatte es die Stiftung vom kommunalen Energieversorger erworben. Aktuell läuft die Vermessung durch den Architekten, damit der Bauantrag für den Umbau eingereicht werden kann.

Zentrum mit Tonstudio ist das Ziel

Ob es nach der Eröffnung einfach schnöde „Übungsraumzentrum“ heißen wird, ist offen. „Das ist mir auch zu langweilig“, gibt Holger Maack zu. Auch wie genau der Betrieb und die Vermietung der Räume ablaufen werden, stehe heute noch nicht fest. „Kreative können sich gerne bei uns mit ihren Ideen melden“, lädt er zum Austausch ein. Langfristig soll es auch weg von den reinen Übungsräumen gehen, hin zu einem echten Musikzentrum mit Tonstudio und anderen Arbeitsplätzen für Musiker, die sich untereinander austauschen können.

„Mein hehrer Wunsch ist es, dass das Haus eine Keimzelle für einen neuen Verein wird, der sich daraus gründet und das Übungszentrum schließlich betreibt“, erklärt der Stiftungsvorstand. In Lübeck ist das bereits gelungen. Dort wird die Nutzung der Proberäume in einer ehemaligen Kaserne vom Verein Musikkultur gemanagt.

Einen Hinweis hat Holger Maack an die Anlieger: „Wir sind immer sehr nachbarschaftlich orientiert. Unser Ziel ist es, dass niemand merkt, dass dort jemand Musik macht“, sagt er.

Dankende Worte findet er für das Kulturbüro der Stadt, das die Stiftung sehr unterstützt habe. Dort ist man ebenfalls glücklich über das geplante Musikerhaus. „Wir begrüßen dieses Projekt sehr und freuen uns, dass es der Stiftung gelungen ist, in Magdeburg als der ersten Stadt in Ostdeutschland ein Gebäude für Proberäume zu erwerben und in der nächsten Zeit dafür herzurichten“, sagt Susanne Schweidler, Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur. Gerade für den Stadtteil Stadtfeld-West könne es ein belebendes kreatives Zentrum werden. „Vielleicht ist es möglich, über Übungsräume hinaus hier auch eine kulturelle Nutzung für den Stadtteil zu entwickeln“, sagt sie.

Weitere Infos unter www.rockmusikstiftung.de