Magdeburg l Mit der Aufnahme Magdeburgs in die Runde der Städte, unter denen der Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ vergeben wird, hat die Jury dokumentiert: Sie traut den Akteuren und Einwohnern der Elbestadt zu, die damit verbundenen Aufgaben zu lösen. Doch ein Alleinläufer wird der Weg zum Titel nicht: Magdeburg muss am Ende mehr überzeugen als Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Nürnberg. Hier fünf Fragen und Antworten, wie es jetzt weitergeht.

Was ist in Magdeburg jetzt zu tun?

Mit einem Bewerbungsbuch hat Magdeburg in englischer Sprache eine 64-seitige Präsentation der Wünsche und Ideen abgegeben. In diesem werden 38 Fragen beantwortet, die die Jury des Wettbewerbs um den Titel der Kulturhauptstadt mitgegeben hatte. „Bis zum Sommer 2020 muss ein weiteres Bewerbungsbuch verfasst werden, in dem 44 Fragen der Jury zu beantworten sind“, wie Kulturhauptstadtbüro-Leiter Tamás Szalay erläutert. Außerdem muss der Besuch eines Teils der Jury vorbereitet werden. Die Stadt wird sich dabei in einem von ihr selbst erstellten Programm den Gästen präsentieren.

Was sind die Fragen?

Zum einen geht es um formale Fragen zum Beispiel zur Infrastruktur. Dabei geht es unter anderem um die Erreichbarkeit Magdeburgs und um die Hotels in der Landeshauptstadt und der Umgebung. Es geht aber auch darum, was an neuen künstlerischen Projekten von europäischer Dimension initiiert werden kann. Auch befassen sich Fragen damit, wie alle Menschen einschließlich von Randgruppen eingebunden werden können. Zudem muss die Stadt erläutern, was nach 2025 auf Dauer von den Aktivitäten rund um die Kulturhauptstadt in Magdeburg weitergeführt werden soll, erläuterte Projektmanagerin Kerstin Hartinger im Gespräch mit der Volksstimme.

Welche Knackpunkte gibt es?

Europa ist ein wesentlicher Knackpunkt. Magdeburg muss erläutern, warum sein Programm mehr als nur Stadtentwicklung ist und warum der Titel der Kulturhauptstadt notwendig ist, um die Ideen umzusetzen. In seiner ersten Bewerbung wurde bereits auf eine Vielzahl an Kontakten in Europa verwiesen, die ausgebaut werden können. Nicht allein die Städtepartnerschaften zum Beispiel mit Braunschweig, Le Havre, Radom, Saporischschja und Sarajevo, sondern auch in viele andere Städte Europas bieten Anknüpfungspunkte.

Wer wirkt mit?

Gefordert sind nach wie vor all jene, die im Bewerbungsbüro, in der Kulturszene und in der Magdeburger Bürgerschaft bereits in den vergangenen Jahren mitgewirkt haben. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra, der zum Gratulieren am 13. Dezember 2019 im Rathaus erschienen war, sagte aber auch: „Es ist wichtig, dass die Begeisterung bei allen entfacht wird.“ Und auch das Land sei mit im Boot: Vereinbart ist mit der Landeshauptstadt, sich an der Finanzierung des Vorhabens zu beteiligen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Nach einer kurzen Verschnaufpause ist intensive Arbeit angesagt. Das Manuskript für das Bewerbungsbuch muss im Mai 2020 fertig sein, damit diese vertiefte Bewerbung rechtzeitig abgegeben werden kann. Der Besuch der Jurymitglieder in Magdeburg ist für September geplant. Im Oktober soll bekanntgegeben werden, welche Stadt den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ tragen wird.