Magdeburg l Im Kulturhauptstadtjahr 2025 soll in Magdeburg eine Musik- und Kunstakademie eröffnet werden. Der Stadtrat Magdeburg hat einstimmig zugestimmt. Die Standortdebatte wollte der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle (SPD) zwar gerne noch ausklammern, allerdings gelang ihm das nicht ganz.

Der Kulturausschussvorsitzende und Linke-Rat Oliver Müller hat schon eine ganz klare Meinung zur Frage, wo die neue Künstlerschmiede einziehen sollte. „Das Logenhaus in der Weitlingstraße, zuletzt die Stadtbibliothek, eignet sich hervorragend zur Unterbringung der neuen Einrichtung.“ Auch der SPD-Stadtvorsitzende Falko Grube nennt das Objekt „sicherlich geeignet“: „Zweifelsfrei wären die Musik- und Kunstschüler schöne Nachfolger für die Loge.“ Allerdings sei es zu früh für eine Entscheidung und die Klärung der Standortfrage Teil des aktuell in Auftrag zu gebenden Akademiekonzeptes.

Akademie soll in Magdeburgs City

Ein wichtiges Kriterium für den Standort ist eine möglichst zentrale Lage in Magdeburg. Sie ist mit dem alten Logenhaus unweit des Rathauses gegeben. Jedoch machen hinter vorgehaltener Hand auch weitere Standortvorschläge die Runde, für die allerdings Neubauten errichtet werden müssten.

Im Gespräch sollen dafür unter anderem der Parkplatz hinter dem Karstadt-Warenhaus und die Wiese neben dem Rathaus sein, die Oberbürgermeister Lutz Trümper vor einigen Jahren als Standort für ein neues Gymnasium ins Gespräch gebracht hatte. Diese Idee kippten die Christdemokraten im Rat, die stattdessen die Nutzung des bestehenden Schulkomplexes am Lorenzweg (heute Editha-Gymnasium) durchsetzten.

Charmant an der Logenhaus-Idee: Das Objekt gehört der Stadt Magdeburg bzw. einer ihrer Töchter, der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau). Sie kaufte das denkmalgeschützte Haus 2017 nach jahrzehntelangem Leerstand von den Freimaurern an, deklinierte seither selbst schon einige Nutzungsideen durch und überraschte im Vorjahr mit der Vision für den Anbau einer modernen Konzerthalle.

Logenhaus soll offen sein

Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner sagt auf Volksstimme-Nachfrage: „Wir sind uns der Bedeutung des Hauses für die Stadt und das öffentliche Interesse bewusst. Wir wollen, dass es ein öffentlich begeh- und erlebbares Haus mit überregionaler Ausstrahlung wird.“ Die neue Musik- und Kunstakademie – von der Stadt als „Premium-Projekt“ für die Kulturhauptstadt-Bewerbung bezeichnet – soll eben so ein offenes, erlebbares Haus werden, nicht nur für die Studenten, sondern auch fürs Publikum bei Proben, Konzerten, Aufführungen ...

Wobau-Chef Lackner hätte nichts gegen die Idee einzuwenden, „aber am Ende muss der Gesellschafter sagen, wo die Reise hingeht“. Auf Antrag der Linken hat der Stadtrat das Logenhaus als Option zur Unterbringung der Kunststudenten bereits gesetzt.