Magdeburg l Offene Stellen hat das Landesschulamt allein für 16 Grundschulen in Magdeburg ausgeschrieben. Die Grundschule Rothensee gehört dazu. Dort ist seit vier Jahren die Stelle der Schulleitung unbesetzt. Kommissarisch hat Elisabeth Ledermann die Leitung übernommen.

Woran es liegt, dass es keinen geeigneten Bewerber für den Posten gibt, kann sich die Lehrerin nicht erklären. „Unsere Schule hat einen guten Ruf, wir haben bei der letzten Evaluation toll abgeschnitten“, sagt Elisabeth Ledermann. Ihr Wunsch: eine Leitungsstelle, die langfristig besetzt bleibt. Ständiger Wechsel sei weder gut fürs Kollegium noch für die Entwicklung der Schule.

Schulleiter wünschen sie mehr Personal

Zusätzliches Personal wünscht sich auch Katja von Hagen. Sie ist Schulleiterin am Magdeburger Editha-Gymnasium. Für das neue Gymnasium am Lorenzweg werden zwei offene Stellen in der aktuellen Ausschreibung des Landesschulamtes angegeben. In beiden Fällen ist das Fach Französisch gefragt. Genau wie am Hegel-Gymnasium.

Doch was bedeuten diese insgesamt 41 offenen Stellen für den Schulalltag in Magdeburg? Nur indem andere Kollegen mehr arbeiten und Stunden anhäufen, könne man die Personallücke im Editha-Gymnasium abfangen, macht Katja von Hagen deutlich. Alle Fächer würden dort trotzdem unterrichtet, selbstverständlich auch Französisch.

Bildungsministerium reagiert flexibel

Gleich fünf offene Stellen hat das Land für die Gemeinschaftsschule August Wilhelm Francke in Reform ausgeschrieben. Dort werden Lehrer für fünf verschiedene Fächer gesucht: Englisch, Deutsch, Mathematik, Französisch und Musik. Was die Fächerkombinationen der Bewerber betrifft, will man beim Land Sachsen-Anhalt flexibler sein. Auf konkret geforderte Kombinationen wie bei Ausschreibungen zuvor hat das Bildungsministerium verzichtet.

Am 29. September 2017 endet die Bewerbungsfrist. Sollten in einem ersten Auswahlverfahren keine geeigneten Bewerbungen vorliegen, öffnet sich das Ministerium weiterhin in Sachen Quereinsteiger.

Auch ohne Lehramtsstudium Lehrer werden

In anschließenden Auswahlverfahren haben dann sowohl Bewerber mit zu DDR-Zeiten erworbenen Abschlüssen als auch Absolventen, die nicht direkt Lehramt studiert haben, eine Chance.

Die Stellen sind nach Priorität geordnet und werden danach auch besetzt. Für Magdeburg bedeutet das, dass elf der 41 Personallücken in einer niedrigeren Priorität eingeordnet sind. Eine Besetzung dieser Stellen kommt nur dann infrage, wenn Stellen der oberen Prioritäten offen bleiben.

Sachsen-Anhalts Haushalt ausgeschöpft

Vom Bildungsminister Marco Tullner (CDU) heißt es: Mit der aktuellen Ausschreibung schöpfe man „die Möglichkeiten, die der Landeshaushalt uns bietet, vollständig aus“.

Und das sind die ausgeschriebenen Lehrerstellen für Magdeburg

Integrierte Gesamtschule: 4 offene Stellen, davon 3 in der Willy-Brandt-Schule und 1 in der Regine-Hildebrandt-Schule.

Gymnasium: 5 offene Stellen, davon 2 am Editha-Gymnasium, 1 am Hegel- und 1 am Werner-von-Siemens-Gymnasium.

Förderschule: 4 offene Stellen, davon jeweils 1 an der Comeniusschule, der Erich-Kästner-Schule, der Regenbogenschule sowie der Salzmannschule.

Berufsbildende Schule: 1 offene Stelle an der Hermann-Beims-Schule.
Gemeinschaftsschule: 13 offene Stellen, davon 5 in der August-Wilhelm-Francke-Schule, 2 in der Wilhelm-Weitling-Schule und 1 in der Ernst-Wille-Schule.

Grundschule: 16 offene Stellen, davon 2 in der „Leipziger Straße“, jeweils eine in der „Hegelstraße“, „Am Brückfeld“, „Am Grenzweg“, „Am Kannenstieg“, „Am Pechauer Platz“, „Am Vogelgesang“, „An der Klosterwuhne“, „Im Nordpark“, „Kritzmannstraße“, „Lindenhof“, „Schmeilstraße“, „Sudenburg“, „Weitlingstraße“ sowie eine offene Stelle an der Grundschule Rothensee.