Magdeburg l Es ist erst wenige Wochen her, als eine 23-Jährige an eben jenem Bahnübergang in Magdeburg-Sudenburg von einem Zug erfasst wurde. Jetzt also liefen schon wieder Passanten sorglos über die Gleise. Lebensgefahr - nicht erkannt. Die Bundespolizei "bestrafte" die vier mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige und belehrte sie.

Was war passiert? Am 16. April 2019 bemerkten Bundespolizisten gegen 7.30 Uhr vier Personen am Bahnhof Magdeburg-Sudenburg, die nicht den vorgesehenen Personentunnel nutzen, sondern die lebensgefährliche Abkürzung über die Bahngleise nahmen. Die Bundespolizisten wiesen die beiden 17-jährigen Mädchen, den 14-jährigen Jungen und den Mann im Alter von 29 Jahren auf die Gefahren hin, denen sie sich arglos ausgeliefert hatten und belehrten sie eindringlich. Alle vier Betroffenen erhielten für ihr Handeln eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige.

Erst am 6. März 2019 kam es hier zu dem besagten Unfall. Die 23-Jährige, die die Gleise bei geschlossener Schranke mit einem Fahrrad überqueren wollte und gegen einen IC prallte, hatte damals mehrere Schutzengel. Sie überlebte. Der Zugführer erlitt einen Schock.

Die Bundespolizei appelliert eindringlich an die Vernunft der Nutzer von Bahngeländen. Züge können Hindernissen nicht ausweichen. Ein 1200 Tonnen schwerer Zug, der mit 100 Stundenkilometern fährt, benötigt etwa 1000 Meter, um zum Stehen zu kommen. Windrichtungen beeinflussen die eigene Wahrnehmung eines heranfahrenden Zuges erheblich. Ein elektrisch betriebener Zug ist beispielsweise für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er sich schon auf der gleichen Höhe befindet. Außerdem geht von den vorbeifahrenden Zügen eine hohe Sogwirkung aus.