Magdeburg (vs) l Mit ihren 21 Jahren kann Leonie Diffené bereits eine Vielzahl an sportlichen Erfolgen vorweisen. Nationale wie internationale Titel gehören dazu. Die Karatekämpferin des Budo Karate Clubs Magdeburg e. V. (BKC) ist frisch gekürte Europameisterin und holte im norwegischen Stavanger im Frauen-Trio die Goldmedaille für eine eindrucksvolle Choreografie.

Schon mehrmals stand die gebürtige Magdeburgerin auf dem Siegertreppchen. Im Einzel sicherte sie sich in der Jugend-Wertung drei Europameister-Titel, als Juniorin gewann sie bei Europameisterschaften eine goldene Medaille. Daneben ist sie mehrfache deutsche Meisterin und räumte auch im Team viele Edelmetalle ab.

Für Magdeburg an den Start gehen

Wie viele Preise es sind, hat sie nicht gezählt. „Mir war es aber immer wichtig, für Magdeburg an den Start zu gehen“, sagt sie. Heute lebt sie in Köln und studiert Sozialwissenschaften. So oft es geht, kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück. In Magdeburg hat alles angefangen. Als sie sechs Jahre alt war, wechselte sie vom Turnen zu Karate und fand darin ihren Traumsport.

Beim BKC Magdeburg perfektionierte sie ihren Stil. „Anfangs waren es zwei bis drei Trainingseinheiten die Woche. Durch die Wettkämpfe wurde das Pensum höher, aber es hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählt sie. Mit 19 Jahren erlangte sie den ersten Dan, den schwarzen Gürtel. Den zweiten Dan möchte sie bald erreichen.

Karatesport hilft auch beim Studium

Neben dem Sport bereitet sie sich gerade auf ihren Bachelorabschluss an der Universität in Köln vor. Auch bei ihrem Studium helfe ihr der Karatesport sehr. „Karate vermittelt sehr viele Werte, die für das Leben und den Beruf wichtig sind. Ohne den Sport wäre ich heute sicherlich nicht so zielstrebig und selbstbewusst. Er hat meine Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen sehr geprägt. Im Studium hilft mir diese Konzentration. Man lernt auch, dass es Geduld braucht und man sich ein Ziel erarbeiten muss“, sagt Leonie Diffené.

Nach dem Studienabschluss gehören verschiedene Praktika in ihren Studiengebieten Politik, Wirtschaft und Soziologie und danach ein Masterstudium zu ihren Zielen. Später möchte sie gern in der politischen Bildung und Beratung arbeiten. Das sei ein Karriereziel für die Zeit nach dem Sport, den sie möglichst noch viele Jahre zufrieden und mit guten Leistungen ausüben will. Dabei möchte die junge Frau auch zur Karategeschichte in Deutschland beitragen.

Karate ist kein Angriffssport

Wichtig sei es ihr auch, dazu beizutragen, dass viele Leute eine klare Vorstellung von Karate bekommen. Es sei kein Angriffssport, sondern diene zur Verteidigung. Sie hoffe sehr, betont die sympathische Magdeburgerin, dass sie diesen niemals auf der Straße oder im Alltag anwenden müsse. Jeder ernsthafte Karatekämpfer versuche, einer solchen Gefahrensituation aus dem Weg zu gehen.

Gibt es nach dem jüngsten Erfolg noch weitere große Pläne neben dem Studienabschluss? Eine Platzierung bei Weltmeisterschaften konnte die Karateka noch nicht erzielen. Hier ist die Konkurrenz sehr groß. Bei ihrer ersten WM 2014 in Tokio war die damals 17-Jährige nicht allein nur von den japanischen Sportlern beeindruckt. Es habe sie begeistert, so Diffené, sich mit den Besten der Welt im Ursprungsland ihres Lieblingssprots zu messen. „Dieser Besuch hat mich sehr geprägt, denn das japanische Karate ist mein Ideal, nach dem ich strebe.“

Szene hat deutschlandweit guten Ruf

Die Ziele ihrer Heimatstadt, sich als Kulturhauptstadt Europas 2025 zu bewerben, findet sie sehr gut: „Es könnte ein Aushängeschild für die gesamte ostdeutsche Region werden. Ich finde es wichtig, dass es im Osten Städte gibt, die herausstechen und die Leute aufmerksam machen.“ Dabei sieht sie den Sport in einer besonderen und wichtigen Rolle in einer Stadt wie Magdeburg, die viele große und erfolgreiche Sportvereine vorweisen kann. Auch in der Karateszene ist die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt bekannt und hat deutschlandweit einen guten Ruf.

Neben Leonies Verein, dem BKC Magdeburg in der Weitlingstraße, ist auch der HKC Magdeburg-Barleben e. V. sehr erfolgreich bei nationalen wie internationalen Wettkämpfen vertreten. „Magdeburg hat auf jeden Fall einen Namen im nationalen Karatebund“, sagt die erfolgreiche Sportlerin stolz.

„Made in Magdeburg“ ist eine Gemeinschaftsserie von Volksstimme und dem Stadtmarketingverein Pro M. Mehr auch online unter www.made-in-magdeburg.com.