Barleber See

Magdeburg baut Jugendbegegnung aus

Vor 25 Jahren wurde in Magdeburg das Internationale Jugendbegegnungszentrum gebaut. Jetzt sollen 3,2 Millionen Euro investiert werden.

Magdeburg

Rund um den Barleber See in Magdeburg wird saniert. Mit dabei ist das Internationale Jugendbegegnungszentrum auf der Nordseite. Neben dem Hauptgebäude soll ein Neubau entstehen. Er soll 68 Schlafplätze bieten. Für diese Zwecke nicht mehr genutzt werden müssen dann alte Bungalows.

Das Begegnungszentrum wurde vor rund 25 Jahren gebaut. Rund 3,2 Millionen Euro sollen nun investiert werden, wie die Volksstimme berichtete. Inzwischen hat die Drucksache der Stadtverwaltung, die vom Stadtrat bestätigt werden muss, den Weg durch die Ausschüsse genommen.

Überall gab es Zustimmung - und ein paar Nachfragen unter anderem zur Erreichbarkeit des Barleber Sees und zur Gestaltung des Dachs auf dem neuen eingeschossigen Gebäude.

Ersatz für die alten Pappbungalows

Unter anderem hatte Hagen Reum, Leiter des Eigenbetriebs Kommunales Gebäudemanagement, das Vorhaben im Finanz- und Grundstücksausschuss vorgestellt. Mit der neuen Ergänzung zum vor 25 Jahren geschaffenen Haupthaus soll Ersatz für die alten „Pappbungalows“ geschaffen werden, die inzwischen nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Beherbergung von Gästen entsprechen, da sie nicht beheizt werden können. Es gehe auch um Fragen der Hygiene.

Der Neubau soll zur Straße Am Mittellandkanal angeordnet sein. Es werden 68 Schlafmöglichkeiten geschaffen - in Sechs-Bett-Zimmern sowie in Zwei-Bett-Zimmern für Betreuer.

Bäume sollen bleiben

Dass das Gebäude nicht zentral in der Mitte des Geländes angeordnet wird, liegt im Baumbestand begründet: So können die alten Gehölze erhalten werden. Freizeiten und Seminare im Grünen sind dann sofort nach der Inbetriebnahme des Neubaus möglich, und niemand muss Jahrzehnte warten, bis die Bäume nachgewachsen sind. Da sich in den Außenanlagen des Jugendbegegnungszentrums Sport-, Spiel- und Aufenthaltsfunktionen überlagern, sollten Pflanzflächen zurückhaltend und gegebenenfalls robust ausgebildet werden, empfiehlt das Architekturbüro Michael Steller in seinem als Grundlage der Entscheidung erstellten Papier.

Rasenflächen müssen demnach „strapazierfähig“ angelegt werden. Als Pflanzflächen für Stauden, Gräser, Bodendecker und Sträucher kommen vordergründig die „Restflächen“ zwischen dem neuen Mehrzweckgebäude und der nördlichen Grundstücksgrenze sowie der Reststreifen zwischen den Stellplätzen und der Einfriedung in Frage. Soweit gewünscht, könnten auch südlich des Hauptfahrweges die Sanitäranlagen und der Freiraum zwischen Hauptfahrweg und dem Bestandsgebäude mit Terrasse mit Pflanzflächen eingefasst werden.

Solarstrom und grünes Dach

Daran, dass diese Variante anstelle einer Investition für eine Bebauung in der Mitte des Grundstücks gewählt wird, gab es keine Zweifel: weder unter den Kommunalpolitikern, noch bei der Bauverwaltung, obwohl die Vorzugsavariante außerhalb der ursprünglich vorgegebenen Grenzen liegt.

Neben den bislang eingeplanten Baukosten von 3,2 Millionen Euro wird ein weiterer Kostenfaktor zu Buchs schlagen. Denn erst im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, in Sachen Solarenergie und Begrünung auf den eigenen Dächern mit gutem Beispiel voranzugehen.

Weg zum Barleber See wird bleiben

Laut KGM-Betriebsleiter würde die Solarstromanlage mit rund 50.000 Euro zu Buche schlagen, ein Gründach mit rund 100.000 Euro. Auch Mischlösungen seien denkbar. „Für diese Themen gibt es aber auch Förderprogramme, über die wir versuchen könnten, die Finanzierung der damit verbundenen Zusatzkosten zu sichern“, so Hagen Reum während seiner Präsentation im Finanzausschuss. Mit entsprechenden Dächern soll entweder umweltfreundlicher Strom erzeugt oder Raum für Pflanzen und Insekten geschaffen werden.

Eine weitere Frage stellt sich derweil, inwiefern der Barleber See für die Besucher der Jugendbegegnungsstätte als Badegewässer genutzt werden kann. Klar ist: Der Weg zum See wird nicht kürzer. Den werden die jungen Besucher in Kauf nehmen müssen. Hagen Reum: „Die Distanz zum See ist relativ groß.“ Am Ende des östlichen Gebäudeflügels befinden sich aber sanitäre Anlagen für Personen, die nicht im Gebäude übernachten oder für die Nutzung bei Außenaktivitäten. Das Gebäudesegment gliedert sich in Umkleideräume, Dusch- und Waschgelegenheiten und WCs für Damen und Herren.

Rat entscheidet zunächst über Plan

Falls der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung zustimmt, sind zunächst Planungskosten für 250.000 Euro genehmigt. Mit diesen wird die Entwurfsplanung erstellt, in der die einzelnen Details für das Bauvorhaben festgelegt werden. Ende 2022 ist mit einer Entscheidung darüber zu rechnen, ob die eingeplanten Fördergelder für die eigentliche Bauphase freigegeben werden. Genutzt werden soll das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.

Das ehemals als Ferienlager genutzte Gelände war 1996 seiner neuen Bestimmung als Erholungs- und Bildungsstätte übergeben worden. Mit dem Bau des Mehrzweckhauses mit 30 Übernachtungsplätzen war es möglich, die Einrichtung ganzjährig zu betreiben. Künftig wäre ein ganzjähriger Betrieb mit 100 Gästen denkbar.