Magdeburg l Bundesgartenschau 1999. Stadtjubiläum 2005. Lichterwelt 2019. Wenn es um herausragende stadtbildprägende Ereignisse in Magdeburg der vergangenen 30 Jahre geht, dann gehört die Lichterwelt ganz sicher dazu. Die funkelnden Installationen in der City und nun zunehmend auch in den Stadtteilen haben eine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die die Erwartungen selbst der kühnsten Optimisten übertrafen. Die Magdeburger City wurde im vergangenen Jahr vor allem an den Wochenenden regelrecht gestürmt. Und in dieser Saison ist es trotz der Pandemie nicht viel anders.

Mittendrin würde in diesen Tagen auch gern Piotr Bielecki stehen. Ist er doch einer der entscheidenden Macher der Magdeburger Lichterwelt. Als Projektleiter der Warschauer Firma Multidekor ist er natürlich weder Einzelkämpfer noch alleiniger Ideengeber. Aber er steht am erfolgreichen Ende einer langen Kette von Leuten, die Mut, Entschlossenheit, Kreativität und auch Risikobereitschaft gezeigt haben.

Vor allem der Magdeburger Stadtrat und die Weihnachtsmarkt GmbH hatten mit ihren Entscheidungen den Weg zu einer Lichterwelt geebnet. Die Ausgestaltung allerdings lag dann ganz in den Händen von Piotr Bielecki und seinen rund 60 Mitstreitern in seiner Warschauer Firma.

Erfahrung in Russland, Polen und Deutschland

"Als sie von der Ausschreibung für die Gestaltung einer Lichterwelt in Magdeburg erfuhren, waren sie sich zunächst nicht ganz sicher, ob sie sich beteiligen sollten. In der Branche waren sie zwar schon lange unterwegs, dekorierten mit Licht Einkaufszentren in Deutschland, Russland und natürlich im heimatlichen Polen. Doch so eine funkelnde Weihnachtswelt war dann doch noch mal eine ganz besondere Herausforderung.

Piotr Bielecki und Kollegen haben sie angenommen und sich ganz auf Magdeburg eingelassen, obwohl sie die Stadt bis dahin nicht kannten. „Wir wollten nicht einfach nur etwas Licht hinstellen, sondern Modernität und Geschichte miteinander verbinden und etwas Unverwechselbares schaffen."

Bielecki fuhr mit seinen Kollegen nach Magdeburg. Sah sich Straßen und Plätze an, sprach mit Weihnachtsmarktmachern und natürlich Magdeburgern und warf viele Blicke in die Stadtgeschichte ebenso wie in die Zukunft. Heraus kam eine Mischung, die die Jury in Magdeburg begeisterte.

Die Polen erhielten den Zuschlag für das Millionenprojekt Lichterwelt und wischten letztlich mit ihren Ergebnissen auch manches Vorurteil weg. „Die Polen waren nämlich nicht die Billigsten, sondern die mit dem besten Konzept", weiß Weihnachtsmarktchef Paul-Gerhard Stieger zu berichten. Ausgeschrieben wurde ein Festpreis von 1,6 Millionen Euro – vergeben wurde nicht über den Preis, sondern das beste Konzept. Heute, ein Jahr später, sind sich auch die heimischen Weihnachtsmarktmacher sicher: Die Entscheidung war richtig.

So beschreibt er Magdeburg

Mit den Kollegen aus Polen arbeite man problemlos zusammen, was auch umgedreht gelte. Bielecki, der sehr gut Deutsch spricht und zwei Jahre in Mainz Marketing studierte, fasst seine gut zweijährigen Erfahrungen in einem Satz zusammen: „Wenn Magdeburg mich anruft, dann ist das wie ein Vertrag." Die Verlässlichkeit der Magdeburger Partner habe ihn von der ersten Minute an beeindruckt, so Bielecki.

Das anfangs unbekannte Magdeburg hat er liebgewonnen und sieht in ihr eine „hübsche, saubere, sichere Stadt mit Wohlfühlcharakter", die der Familienvater zweier Kinder deshalb auch schon seiner Frau gezeigt habe. Und Magdeburg sei eine Stadt, die es geschafft habe, ganz unterschiedliche  Architektur zu einem attraktiven Ensemble zusammenzuführen, was man zum Beispiel am Domplatz sehe.

Mittendrin steht nun „seine Lichterwelt", die er als einer der Licht-Gestalter maßgeblich mit entwickelt hat. Von seinem Konzept war er natürlich überzeugt. Dass die mehr als 60 Lichtinstallationen mit Millionen von Lämpchen aber so einschlagen, hat ihn dann doch mehr als überrascht.

Hoffnung in der schweren Corona-Zeit

Nicht ahnen konnte er, dass die Lichterwelt noch eine Funktion übernehmen sollte. In dieser Pandemie-Zeit gibt sie symbolhaft mit ihren Lichtern noch mehr Hoffnung und Zuversicht als in normalen Jahren und überstrahlt Besuchern zumindest ein paar Momente lang die Sorgenseele.

Mit der einzigartig funkelnden Stadt ist Magdeburg sowohl im wahrsten als auch im übertragenen Wortsinn ein Licht aufgegangen. Und um im Bild zu bleiben, steht Piotr Bielecki am Ende einer langen Lichterkette, deren starke Glieder in Stadtrat, Weihnachtsmarktmacher und vielen anderen Unterstützer, Mutmacher und Geldgeber fanden. Der Licht-Anknipser hat alles zusammengefügt – und den Schalter umgelegt.

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