Magdeburg l Wenn an der Fassade des Doms etwas bröckelt, kann das für Passanten gefährlich werden. Darum wird, wenn es passiert, sofort der entsprechende Teil des Geländes darunter für den Publikumsverkehr gesperrt. Das ist zurzeit der Fall an der Paradiesvorhalle am nördlichen Querschiff des Doms.

Steinabsturz im Giebelbereich

„Wir hatten dort vor Monaten einen sogenannten Steinabsturz aus dem Giebelbereich“, berichtet Ralf Lindemann. Er ist Bauleiter bei der Stiftung „Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt“. Der Landesstiftung gehört Magdeburgs Wahrzeichen, Bauleiter Lindemann ist dafür zuständig. „Aus Sicherheitsgründen wurde der direkte Bereich um die Vorhalle eingezäunt“, so Lindemann. Bei genauerer Untersuchung der Fassade stellte sich dann heraus, dass es mehrere Schadstellen an der Fassade gebe und die Reparatur aufwendig werde. „Die Planungen dazu laufen“, sagte Ralf Lindemann. „Es wird aber kompliziert.“ Klar sei schon jetzt, dass der komplette Giebel eingerüstet werden müsse.

Noch kein Zeitplan zur Sanierung

Einen Zeitplan für die Reparatur, was an der Domfassade fast immer auch einer Restaurierung gleichkommt, gebe es noch nicht, erklärte der Bauleiter. Und auch die Finanzierung sei noch nicht geregelt. Der Stiftung steht pro Jahr immer ein bestimmter Haushalt zur Verfügung. Daraus müssen das Schloss Leitzkau, das Jagdschloss Letzlingen, die Burgen Burg Falkenstein und Konradsburg, das Schloss Neuenburg, das Schloss Goseck, die Eckartsburg, das Schloss Plötzkau, das Schloss Köthen, das Schloss Bernburg, die Dome zu Magdeburg, Halle, Halberstadt und Havelberg, das Kloster Hamersleben, das Kloster Michaelstein, das Kunstmuseum Moritzburg und die Lyonel-Feininger-Galerie gepflegt und unterhalten werden.

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Küsterhaus wird modernisiert

Voraussichtlich werde es noch eine Zeit lang dauern, bis das Projekt in Angriff genommen werden könne.

Als größeres Sanierungsprojekt sei in diesem Jahr das Küsterhaus an der Reihe, berichtet Ralf Lindemann weiter. „Dort ist schon viele Jahre nichts mehr modernisiert worden, und die Anlagen darin entsprechen nicht mehr dem modernen Standard.“ Nachdem der langjährige Domküster Jürgen Jerratsch in den Ruhestand gegangen und aus dem Haus ausgezogen sei, nutze man den Leerstand für die umfangreichen Sanierungsarbeiten.

Von innen führt ein Weg ins Paradies

Ist die Paradiesvorhalle von außen auch abgesperrt, innen (vom Dom aus) kann sie besichtigt werden. Und das lohnt sich. In ihr sind zehn Frauenstatuen, die berühmten fünf törichten und fünf klugen Jungfrauen (Bibel, Matthäus 25,1–13) zu finden.

Die Paradiesvorhalle war einst der Haupteingang in den Dom, durch den alle Gottesdienstbesucher gehen mussten. Durch die allegorischen Figuren sollten die Besucher auf den Gottesdienst eingestimmt werden. Die zehn Figuren gehören mit zum Schönsten, was für den Dom an Statuen geschaffen wurde. Von 2003 bis 2016 wurden die „Jungfrauen“ und die Paradiesvorhalle aufwendig restauriert.