Sitzgelegenheit

Magdeburger könnten bald auf Bücherbänken Platz nehmen

In Magdeburg könnten demnächst Bücherbänke aufgestellt werden. Die Stadt befürwortet die Idee und schlägt eine künstlerische Gestaltung vor. Unternehmen könnten die Bänke sponsern.

Von Stefan Harter
Bücherbänke wie diese könnten auch bald in Magdeburg stehen.
Bücherbänke wie diese könnten auch bald in Magdeburg stehen. Foto: Overhertz Ltd

Magdeburg - Sitzen muss jeder mal. Nicht ohne Grund sind Bänke in Magdeburg aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Die richtige Wahl für den Domplatz ist noch längst nicht getroffen, da gibt es bereits die nächste Initiative für ein neues Modell. FDP-Stadträtin Carola Schumann hatte vorgeschlagen, sogenannte Bücherbänke als besondere Hingucker im Stadtgebiet aufzustellen. Darin findet der Ruhesuchende keine Bücher für die Sitzpause – die Bank selbst sieht wie ein aufgeschlagenes Buch aus.

Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger hat mittlerweile eine Stellungnahme zu dem Ratsantrag vorgelegt, die dem Ansinnen durchaus positiv zugewandt ist. Demnach könnten die Bücherbänke als ungestaltete Rohlinge in zwei Größen (für Erwachsene und Kinder) gekauft werden. „Um die Bänke zu gestalten, könnte man zunächst einen Gestaltungswettbewerb ausrufen“, so der Vorschlag aus dem Wirtschaftsdezernat. Künstler könnten Gestaltungsentwürfe entwickeln und öffentlich vorstellen.

5000 Euro pro Bank

Die Gesamtkosten für eine derart gestaltete Bank lägen bei circa 5000 Euro. Die Anschaffung, die Gestaltung und die Montage wären dabei inklusive. Zum Vergleich: Die einfachen Sitzbänke, die die Stadtverwaltung auf dem Domplatz aufstellen will und die für einige Kritik sorgen, kommen auf den gleichen Stückpreis – werden dabei aber nicht kreativ gestaltet.

Zur Finanzierung könnten sich Unternehmen bereiterklären, die einen favorisierten Entwurf sponsern. „Das könnte bei den Kinderbänken auch in Kooperation mit Kitas oder Schulen geschehen“, schlägt Sandra Yvonne Stieger vor.

Positiv fürs Stadtbild

Da die Bänke auf einer mobilen Betonplatte befestigt werden, könnten sie einfach umgesetzt oder im Winter eingelagert werden. „Die Verwaltung könnte sich, verbunden mit dem Sponsoring, vorstellen, dass auch die Betreuung durch den Sponsor erfolgt, zum Beispiel die Reinigung bei Beschmutzung“, so die Beigeordnete. Die Aufstellung der Bänke würde auf Einzelantrag beim Tiefbauamt mit Sondernutzung erfolgen, die Gebühr wäre im Sponsoringbeitrag enthalten.

Ein lokaler Verein sollte die Bücherbank als eigenständige Aktion betreuen. In London sei ein solches Bücherbankprojekt 2014 erfolgreich durchgeführt worden. Durch immer neue Bänke könnte sich dadurch „das Stadtbild ständig künstlerisch erneuern“, so Stieger.