Erfolgreicher Arbeitseinsatz

Magdeburger Mühlenfreunde legen alten Mühlstein frei

Bei einem Arbeitseinsatz sind Mitglieder vom Verein zum Erhalt der Düppler Mühle in Magdeburg auf das fehlende Teil des Mühlsteins der Holländermühle gestoßen.

Von Marco Papritz
Mario Winhold vom Unternehmen BMT Magdeburg unterstützte die Mühlenfreunde bei ihrem Arbeitseinsatz und legte mit einem Bagger einen Revisionsschacht an.
Mario Winhold vom Unternehmen BMT Magdeburg unterstützte die Mühlenfreunde bei ihrem Arbeitseinsatz und legte mit einem Bagger einen Revisionsschacht an. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - Mit dem Mühlstein ist nun ein wichtiger Bestandteil der Düppler Mühle wieder zusammengefügt worden. Mitglieder des Mühlenvereins sind bei einem zweitägigen Arbeitseinsatz auf den letzten fehlenden Betonklotz gestoßen, der den Mühlstein der 1845 errichteten Holländermühle komplettiert. „Eigentlich wollten wir nur einen neuen Versuch unternehmen, einen Revisionsschacht zu schaffen, damit die Mühle mit Wasser versorgt werden kann“, so Vereinsvorsitzender Rolf Weske. Dann aber sei man bei Erdarbeiten auf den Stein gestoßen, der sich als Teil des Mühlensteins entpuppte. Bei vorherigen Einsätzen konnten bereits drei Steine sichergestellt werden. Müllermeister Heinrich Lange, der die Mühle errichten ließ und sie dann betrieb, habe mit dem Mühlstein gearbeitet, ist sich Weske sicher. Bis etwa 1900 haben sich die Mahlräder der Mühle gedreht.

Alter schützt vor Einsatz nicht

Für die Ehrenamtlichen, die fast alle das Prädikat „Ü70“ tragen, ist der Fund buchstäblich Wasser auf die Mühlen, nachdem abermals Unbekannte in die Mühle eingestiegen waren und der Bereich um das Baudenkmal fast schon regelmäßig mit illegalen Sprühereien übersät wird.

Als kleiner Misserfolg ist der erste Versuch zu werten, einen Anschluss vom städtischen Abwasser zur Mühle zu schaffen – der Winkel des ersten Revisionsschachtes sei zu „spitz gewesen“, so Weske. Daher waren die Vereinsmitglieder nun abermals gefordert. Unterstützung erhielten sie dabei erneut von der BMT Magdeburg GmbH. „Wir möchten dem Verein helfen, dass es an der Mühle vorangeht“, so Mario Winhold, der einen Bagger bediente. Ebenfalls vor Ort war Michael Stempel vom Tiefbau Schottstädt und Partner, der das Gelände ausgemessen hat.

Große Ziele

„Mit der guten Entwicklung in der Stadt können wir endlich wieder loslegen – die Corona-Krise hat uns ganz schön zurückgeworfen“, räumt Rolf Weske ein. Das Fernziel, die Mühle als Treffpunkt und Bildungsstätte zu betreiben und sie in der Europäischen Kulturstraße der historischen Mühlen („Via Molina“) zu etablieren, bleibt.

Über sein Anliegen und seine Arbeit informiert der Verein auf seiner Internetseite.

Gerald Juhnke (rechts) war ebenso tatkräftig im Einsatz wie Horst Friese (links) und Vereinsvorsitzender Rolf Weske.
Gerald Juhnke (rechts) war ebenso tatkräftig im Einsatz wie Horst Friese (links) und Vereinsvorsitzender Rolf Weske.
Foto: Marco Papritz
Durch  den Fund kann der Mühlstein  der 1845 errichteten und über Jahre von Müller Heinrich Lange genutzten Mühle komplettiert werden.
Durch den Fund kann der Mühlstein der 1845 errichteten und über Jahre von Müller Heinrich Lange genutzten Mühle komplettiert werden.
Foto: Rolf Weske