Europameisterschaft

Magdeburger rollen den Regenbogen zum Fußballspiel aus

Die Tribüne der Heimstätte des 1. FC Magdeburg zum EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben getaucht. Rund zwei Stunden vor dem Beginn des Spiels Deutschland gegen Ungarn wollten Stadionbetreiber und der Verein Christopher-Street-Day Magdeburg ein Zeichen setzen.

Von Rainer Schweingel
Auch in der MDCC-Arena wurde die Regenbogenfahne ausgerollt.
Auch in der MDCC-Arena wurde die Regenbogenfahne ausgerollt. Foto: Eroll Popova

Magdeburg - Der Verein CSD Magdeburg e. V. und die Magdeburger Messe- und Veranstaltungsgesellschaft MVGM hatten erst kurz vor Beginn der Aktion die Öffentlichkeit informiert. Um 19 Uhr wurde auf der Tribüne der MDCC-Arena ein rund 300 Quadratmeter großer Regenbogen installiert. Es solle ein deutlich sichtbares Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Respekt sein, erklärten beide Initiatoren knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff des Gruppenspieles Deutschland gegen Ungarn in München.

Auch die Vereinigung deutscher Stadionbetreiber, in dem auch Magdeburg mit seiner Arena Mitglied ist, äußerte sich in einer Pressemitteilung: „Wir sagen Ja zu Vielfalt und Toleranz!“, hieß es.

Steffen Schüller vom Magdeburger Stadionbetreiber MVGM erklärte, seine Messe und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH unterstütze die Aktion ebenfalls gerne.

Freude über Zeichen aus der MDCC-Arena

Falko Jentsch ist Vorstandsmitglied des Vereins Christopher-Street-Day CSD Magdeburg, der unter anderem das gleichnamige Fest jedes Jahr im August in Magdeburg organisiert, erklärte: „Wir sind besonders froh und stolz, dass auch aus dem Magdeburger Stadion ein klares Zeichen für eine offene Gesellschaft in die Welt hinausgeht.“ Der CSD Magdeburg e. V. stehe mit vielen ehrenamtlichen Helfern für eine offene Gesellschaft, hieß es. Jentsch weiter: „Gemeinsam zeigen wir den LSBTIQ in Ungarn, dass sie nicht alleine sind. In aller Welt müssen Menschenrechte auch für alle Menschen gelten. Was hier mitten in Europa passiert, darf nicht hingenommen werden und das werden wir auch nicht hinnehmen.“

Im Zuge der Diskussion um das Verbot der Regenbogen-Beleuchtung des Münchener Stadions hatten deutschlandweit Städte, Stadionbetreiber und Vereine angekündigt, markante Gebäude und Arenen am Mittwochabend bunt erstrahlen zu lassen.

Auch mitten in der Stadt soll zum Spiel ein Zeichen gesetzt werden. Die Wohnungsbaugesellschaft Wobau kündigte an, den Katharinenturm am Breiten Weg in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. Die Wobau setze damit ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt, erklärte Geschäftsführer Peter Lackner, zu der Aktion, die erst nach Redaktionsschluss beginnen sollte. Lackner: „Jeder Mensch hat das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Mit dem Katharinenturm in Regenbogenfarben setzen wir im Herzen der Landeshauptstadt ein sichtbares Signal der Solidarität mit der LGBTI-Community.“ In der Vergangenheit habe die Wobau mit der bunten Beleuchtung an der Fassade des Hochhauses auf dem Breiten Weg bereits den Christopher Street Day (CSD) in der Elbestadt unterstützt, erklärte er.