Stadtteilfest gewünscht

Magdeburger sehnen sich nach einem Sommerfest

Der Wille ist da, die Unsicherheit aber auch: Kann im Sommer ein Stadtteilfest in Magdeburg geplant werden? In Neu-Olvenstedt wurde lange beraten.

Von Marco Papritz
Matthias Gehrmann hofft darauf, dass sich die Corona-Situation in Magdeburg weiter verbessert und auf dem Marktplatz "Olven I" ein Sommerfest möglich ist.
Matthias Gehrmann hofft darauf, dass sich die Corona-Situation in Magdeburg weiter verbessert und auf dem Marktplatz "Olven I" ein Sommerfest möglich ist. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - Wie schwierig es derzeit Organisatoren von Veranstaltungen haben, Feste auf die Beine zu stellen, hat sich am Mittwochabend gezeigt. Da war die Freude der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Neu-Olvenstedt über das Wiedersehen nach einer coronabedingten Zwangspause von über einem halben Jahr schnell der schwierigen Abwägung gewichen, ob das Sommerfest auf dem Marktplatz „Olven I“ in diesem Jahr auf die Beine gestellt werden soll. Die Sehnsucht der Mitstreiter nach dem Fest an der Olvenstedter Chaussee, seit Jahren ein beliebter Ort für Musik, Kultur und Mitmachaktionen und entsprechend gut besucht, teilen sicherlich viele Bewohner, wie GWA-Sprecher und zugleich Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) Olvenstedt, Matthias Gehrmann einwarf. Dessen Vorschlag, das Fest am 28. August auf die Beine stellen zu wollen, war den Mitstreitern der GWA dann aber mit Blick auf die aktuelle Landesverordnung mit den Auflagen zur Eindämmung der Pandemie zu optimistisch. Laut dieser Verordnung wäre das Sommerfest in seiner bisherigen Form mit freiem Zugang für Besucher und dem offenen Marktbereich ohne Abgrenzungen nicht möglich. Es bedarf eines Hygiene- und Sicherheitskonzeptes, wie Dirk Ulbrich von der Freiwilligen Feuerwehr Olvenstedt einwarf und darauf verwies, dass die derzeitigen Bestimmungen des Landes zur Eindämmung der Pandemie bis Ende August gelten.

Zeitraum weit gefasst

Warum Matthias Gehrmann auf eine Abstimmung drängte, das Fest stattfinden zu lassen, hat einen finanziellen Grund. Über den Initiativfonds der Gemeinwesenarbeitsgruppe (jeder GWA stehen pro Jahr über 2300 Euro zur Unterstützung von öffentlichen Projekten und Veranstaltungen zur Verfügung) soll es unterstützt werden und „sozial schwachen Familien eine schöne Zeit ermöglichen, sobald dies in dieser schwierigen Zeit mit einem Aufwand möglich ist, der von uns gestemmt werden kann“, so der GWA-Sprecher. Die große Unbekannte in der Rechnung ist der Besucherzuspruch, der nicht abgeschätzt werden kann. Da in den vergangenen Jahren stets kein Eintritt genommen wurde, fehlt beispielsweise auch eine Größe, die man für die Überlegungen zugrunde legen könnte. Aber: Eine Absperrung und Aufnahme der Daten der Gäste sowie Einlasskontrolle ist für die Mitstreiter der GWA sowie der Bürgerinitiative – dabei handelt es sich jeweils um Ehrenamtliche, die dafür ihre Freizeit aufbringen – sicherlich nicht machbar, waren sich die Anwesenden einig. Um eine neue Verordnung abwarten zu können, soll laut einstimmigen Votum das Sommerfest auf Olven I im September geplant werden, so der Vorschlag von Streetworkerin Sandra Tympel, der auf Zustimmung stieß.

Ein Antrag auf Förderung soll unter dem Titel „Olvenstedter Fest 2021“ für den Zeitraum bis Dezember gestellt werden. „Das verschafft uns die Möglichkeit, je nach Corona-Lage eine Verschiebung des Termins vornehmen zu können“, so Gehrmann.