Tunnelbaustelle

Magdeburger Tunnelprojekt geht voran: 50 Bauarbeiter und drei Tunneltermine

Auf der Tunnelbaustelle am Magdeburger Hauptbahnhof wird fleißig gebaut. Die meisten Arbeiten laufen derzeit in der Tunnelröhre.

Von Martin Rieß
Zu den Arbeiten, die derzeit laufen, gehören die im Bereich der  künftigen Einfahrt ins City Carré.
Zu den Arbeiten, die derzeit laufen, gehören die im Bereich der künftigen Einfahrt ins City Carré. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Auf der Tunnelbaustelle in Magdeburg wird dieser Tage an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet. Rund 50 Bauarbeiter gleichzeitig haben hier zu tun. Nur: Passanten bekommen davon nicht viel mit. Denn ein großer Teil der Arbeiten konzentriert sich auf die beiden Tunnelröhren.

Christian Fuß, der das Tunnelprojekt seitens der Magdeburger Stadtverwaltung leitet, sagt: „Wir liegen gut im Plan. Wichtig ist es für uns, drei bedeutende Termine zu halten, die einen Einfluss auf den Straßenverkehr haben.“

Ringfreigabe, Wegfreigabe und Tunnelfreigabe

Der erste Termin, den einzuhalten zu gelingen scheint, ist in der Mitte des kommenden Jahres. Dann sollen Autos aus Richtung Stadtfeld kommend auf dem Damaschkeplatz wieder auf den Magdeburger Ring auffahren können. Und auch sollen Autofahrer, die auf dem Ring aus Richtung Süden kommen, wieder am Damaschkeplatz nach Stadtfeld abfahren können.

Der zweite Termin betrifft die Freigabe des Fuß- und Radwegs auf der Nordseite der Baustelle im August kommenden Jahres. Bislang ist dieser Bereich hinter einem Bretterzaun verborgen. Hinter dem Zaun gibt es nur einen Weg im Rohbau, in den Leitungen und Kabel eingebracht sind, aber bei dem beispielsweise das Großpflaster noch fehlt. Christian Fuß: „Die entsprechenden Arbeiten sind jetzt vergeben worden.“ Ab der Freigabe im kommenden Jahr soll der bisher genutzte provisorische Weg gesperrt werden, um auch ihn mit dem Großpflaster aus Portugal in den Endzustand zu versetzen.

Der dritte Termin ist jener, den viele Menschen besonders herbeisehnen: Die Freigabe der Tunnelröhre für den Autoverkehr. Auch hier liege man im Plan, so Christian Fuß. Das bedeutet: Eine Freigabe zum Ende des Jahres 2022 ist realistisch. Noch nicht abgeschlossen werden zu diesem Zeitpunkt der Freigabe für Autos und Straßenbahnen zwischen Brandenburger und Otto-von-Guericke-Straße alle Arbeiten an den Außenanlagen sein.

In der Tunnelröhre steht - wie von der Projektleitung bereits vor Monaten angekündigt - das Jahr im Zeichen des Betons: Bewehrungsstahl für die Tunnelsohle und die Tunnelwände wird segmentweise geflochten. Die Stahlflechter müssen dabei genau nach Plan arbeiten: Keiner der einzelnen Stahlstäbe hat nicht seinen genau vorbestimmten Platz. Danach wird der entsprechende Bereich verschalt, damit am Ende der Beton geliefert und gegossen werden kann.

Wasserleitung, Bordstein und Betonwände

Das Betongießen ist dabei wieder eine ohrenbetäubende Angelegenheit. Denn mit lautstarken Rüttlern wird dafür gesorgt, dass sich hinter der Verschalung keine Hohlräume bilden. Wenn ordentlich gerüttelt wird, müssen je nach Segment fünf bis sechs Ladungen von Betonmisch-Lkw in je einen Abschnitt passen. Wie Christian Fuß berichtet, stammt das Material aus zwei Betonwerken in der Umgebung.

Nicht betoniert werden müssen die Decken - sie wurden ja bereits gegossen, bevor das Erdreich aus den künftigen Tunnelröhren ausgehoben wurde.

Tunnelbaustelle 28.7.2021. Ringauffahrt Damaschkeplazu
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Ringauffahrt Damaschkeplazu
Foto:Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Arbeit an der Bewehrung.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Arbeit an der Bewehrung.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Arbeit an der Bewehrung.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Arbeit an der Bewehrung.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021 in Magdeburg. Arbeit an der Bewehrung.
Tunnelbaustelle 28.7.2021 in Magdeburg. Arbeit an der Bewehrung.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021 in Magdeburg. An dieser Stelle sollen künftig Radfahrer auf dem Weg zum Kölner Platz die Straßenbahngleise queren.
Tunnelbaustelle 28.7.2021 in Magdeburg. An dieser Stelle sollen künftig Radfahrer auf dem Weg zum Kölner Platz die Straßenbahngleise queren.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Betonage an einer Wand.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Betonage an einer Wand.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021.
Tunnelbaustelle 28.7.2021.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021.
Tunnelbaustelle 28.7.2021.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Hier soll die Ausfahrt in Richtung Innenstadt entstehen.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Hier soll die Ausfahrt in Richtung Innenstadt entstehen.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Hier soll eine Haltestelle gegenüber dem Kölner Platz entstehen.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Hier soll eine Haltestelle gegenüber dem Kölner Platz entstehen.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Rohre für die Feuerwehr.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Rohre für die Feuerwehr.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Die Bordsteine stehen.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. Die Bordsteine stehen.
Foto: Martin Rieß
Tunnelbaustelle 28.7.2021. An den Ein- und Aufahrten wird geklinkert.
Tunnelbaustelle 28.7.2021. An den Ein- und Aufahrten wird geklinkert.
Foto: Martin Rieß

Auf der Westseite des Tunnels zwischen Kölner Platz und Damaschkeplatz ist das Betonieren von Wänden und Sohle bereits abgeschlossen. Hier werden bereits die nächsten Elemente eingebaut.

Unter anderem gibt es hier inzwischen Segmente mit Bordsteinen, die hoch über die Tunnelsohle aufragen. Grund: Noch fehlt die Fahrbahn. Das Besondere an diesen Bordstein-Segmenten: In der Kante befindet sich ein schmaler Schlitz, durch den künftig Wasser von der leicht geneigten Fahrbahn in ein Rohr abfließen kann.

Um Wasser geht es auch bei einer Strecke anderer blauer Rohre, die auf dieser Hälfte des Tunnels jetzt auf der Sohle verlegt werden. Durch dieses Rohr kann die Feuerwehr künftig bei Bedarf Wasser aus Hydranten an den Einfahrten zu den Entnahmestellen in den Tunnelröhren leiten. Die Entnahmestellen sind alle paar Meter neben den Fahrbahnen zu finden.