Gewässerausbau

Massive Kostensteigerung bei Furtlake-Ausbau im Osten von Magdeburg

9,7 Millionen Euro soll der Gewässerausbau der Furtlake samt neuem Schöpfwerk und Steingrabensiel im Osten von Magdeburg jetzt kosten. Drei Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Von Konstantin Kraft
Unter der Kanonenbahn ist ein neuer Durchlass für die Furtlake installiert worden.
Unter der Kanonenbahn ist ein neuer Durchlass für die Furtlake installiert worden. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Es ist ein wichtiger Baustein zur Hochwassernachsorge in den ostelbischen Gebieten: Der millionenschwere Gewässerausbau der Furtlake samt der Errichtung eines Schöpfwerkes sowie dem Neubau des Steingrabensiels am Biederitzer Busch war 2019 beschlossen worden. Der Stadtrat gab damals sein Okay für die Baumaßnahmen im Umfang von 6,7 Millionen Euro. Jetzt ist klar: Die kalkulierte Summe wird bei weitem nicht reichen. Die Kosten sind explodiert. Satte drei Millionen Euro extra sollen dafür nun fällig werden. Der Stadtrat muss deshalb erneut zustimmen. Ein Beschluss ist bereits für die Sitzung Mitte Juli angesetzt. Sollten die zusätzlichen Mittel nicht bereitgestellt werden, könnten die Bauarbeiten nicht abgeschlossen und Fördergelder des Landes müssten zurückgezahlt werden, heißt es.

Schöpfwerk und Siel als Kostentreiber

Als ein Grund für den massiven Kostenanstieg wird von der Stadtverwaltung der gestiegene Baupreisindex genannt. 15 Prozent für die sechs Jahre, solange die Maßnahme schon in Planung ist. „Hinzu kommt die bekannte aktuelle Marktlage im Zusammenhang mit Corona, welche zu Materialengpässen/ Rohstoffengpässen in allen Bereichen, bei Kunststoffen, Metallen, Holz und anderen Grundstoffen führt. Dies sorgt dafür, dass es bei nahezu allen Herstellern zu unkalkulierbaren Lieferzeitverlängerungen und Preiserhöhungen kommt“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Konkret: Die Ergebnisse der Ausschreibungen der vergangenen Jahre lägen rund 30 Prozent über dem ursprünglich eingeplanten Budget. Größter Kostentreiber sind Schöpfwerk und Steingrabensiel: plus 2,4 Millionen Euro.

Das Furtlakegrabensystem dient der Entwässerung in den ostelbischen Gebieten von Magdeburg.
Das Furtlakegrabensystem dient der Entwässerung in den ostelbischen Gebieten von Magdeburg.
Foto: Konstantin Kraft

Aber: Aus der Stadtkasse müsste wohl nur gut ein Drittel der Mehrkosten bezahlt werden. Das Landesverwaltungsamt hat eine Aufstockung der Fördermittel von 4,4 auf 6,3 Millionen Euro für den dann 9,7 Millionen Euro schweren Furtlake-Ausbau bewilligt. Damit würde der Stadthaushalt zusätzlich mit 998 400 Euro belastet werden.

Ausbau noch 2022

Unterdessen konnte ein markantes Bauloch geschlossen werden. Unter dem Kanonenbahn-Radweg auf Höhe der Straße „Am Hammelberg“ im Stadtteil Berliner Chaussee ist ein neuer Durchlass installiert worden. Dafür musste ein Krater in den Radweg geschlagen werden. Der neue Rechteckdurchlass aus Beton ersetzt einen schadhaften Durchlass, der zudem rund 40 Zentimeter zu hoch lag. Allzu lange wird die Sperrung des Radweges wohl nicht mehr andauern.

Bereits im vergangenen Jahr wurde der erste Bauabschnitt beim laufenden Furtlake-Ausbau vom Durchlass an der Lake bis zum Furtlake-Privatweg abgeschlossen. Seit Februar wird vom Durchlass an der Kanonenbahn bis zur Berliner Chaussee gebaut. Das Schöpfwerk und der Neubau des Steingrabensiels am Biederitzer Busch sollen im Herbst fertiggestellt werden. Der Gewässerausbau wird aber erst im nächsten Jahr weitergehen. Ausbleibend ist noch der Teil zwischen dem Furtlake-Privatweg bis zur B 1. Hier kreuzt das Grabensystem rund 40 private Grundstücke. Erst, wenn mit allen eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde, kann die Ausschreibung beginnen.

Die Furtlake sorgt für die Entwässerung in Ostelbien. In Verbindung mit den Prester Gräben läuft sie grob zwischen Elbe und Ehle-Umflutgelände am östlichen Stadtrand.

Neues Schöpfwerk und Siel zur Umflut entstehen am Biederitzer Busch.
Neues Schöpfwerk und Siel zur Umflut entstehen am Biederitzer Busch.
Foto: Konstantin Kraft