Magdeburg l Der Acker kommt weg. Das ist die gute Nachricht nach der allseitigen Kritik an den Platzverhältnissen bei den letzten Heimspielen des 1. FCM. Die schlechte ist: Es ist keine Lösung von Dauer. Nur die oberste Schicht des Rasens wird zu Beginn des neuen Jahres abgetragen. Der Untergrund des Geläufs bleibt. Einige Probleme auch.

Keine Alternative zur Entscheidung

„Ich kann nicht ausschließen, dass im Sommer wieder etwas gemacht werden muss“, sagt Steffen Schüller, Geschäftsführer des Stadionbetreibers MVGM. Dennoch gebe es „keine Alternative zu dieser Entscheidung“. Alle Beteiligten seien sich einig gewesen, es könne so nicht weitergehen.

Wie Schüller berichtet, habe der Ligaverband DFL ihnen zuletzt „nicht zufriedenstellende Bewertungen“ des Platzes von Schiedsrichtern und Trainern vorgehalten. Weil klar sei, dass sich der Zustand des Rasens in den Wintermonaten nicht verbessern werde, habe sich der Stadionbetreiber für eine schnelle Erneuerung entschieden.

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Das Wetter muss mitspielen

Am 7. Januar sollen die Arbeiten beginnen. Abgefräst werde dann die drei bis fünf Zentimeter dicke Oberschicht des Spielfeldes in der MDCC-Arena, erläutert Schüller. Mitte Januar soll der neue Rollrasen aus Holland geliefert werden, für den Einbau sind zwei bis drei Tage eingeplant. Allerdings könne das nur passieren, wenn der Boden nicht gefroren ist, betont Schüller. Bei Frost verzögert sich die Verlegung. Außerdem wird die Bewässerungsanlage erneuert. Zuletzt war in der MDCC-Arena im Juni 2016 ein neuer Rasen ausgerollt worden. Der FCM hatte da gerade die erste Spielzeit in der dritten Liga hinter sich – und zehn Jahre lang den Rasen nicht erneuert. Rund 250 000 Euro investierte die MVGM damals in einen Rollrasen aus Bayern. Es folgten zwei Drittligaspielzeiten und ein Platzsturm zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Danach brauchte der Rasen eine kleine Erneuerung: ein bisschen abfräsen, etwas Dünger, nachsäen. Kosten: Laut Schüller rund 30 000 Euro. Der Stadionbetreiber teilte im Mai mit: Ein Austausch sei nach Aussage von Fachleuten nicht nötig. Dann kam der Hitzesommer.

Es sei einfach zu heiß gewesen, sagt Schüller, trotz Bewässerung habe der Rasen Schaden genommen. Er betont aber auch, dass es in der 1. und 2. Bundesliga üblich sei, mindestens ein Mal im Jahr den Rasen zu tauschen.

Ein Problem – nicht nur in der MDCC-Arena – ist der Schatten des Stadiondachs, speziell auf der Südseite. Eine Lösung wäre eine Besonnungsanlage, einige Stadien haben so etwas. Das Magdeburger Stadion nicht. Der Grund sind die Kosten. Laut Schüller müsste die MVGM rund 100 000 Euro Betriebskosten jährlich für so eine Anlage aufbringen, womöglich aber dafür seltener den Rasen austauschen. „Eine schwierige Entscheidung“, sagt Schüller.

Eine andere Variante wäre die Verlegung von Rasen mit Plastikanteilen, System- oder Hybridrasen genannt. Beim Systemrasen seien Kunststofffasern durch Erdschichten gezogen, erläutert Schüller, beim Hybridrasen seien auch einige Grashalme aus Kunststoff. Dadurch hält der Rasen deutlich länger, ist aber auch deutlich teurer. Laut Schüller würde so ein Stadionrasen in Magdeburg rund eine halbe Million Euro kosten. Wie stark der FCM dann an den Kosten beteiligt werden könnte, werde diskutiert. Vom Tisch sei eine nachhaltigere Rasenlösung mit der Verlegung im kommenden Monat nicht, sagt der MVGM-Geschäftsführer.