Vereinsarbeit

Mehr Platz für Veranstaltungen in der Magdeburger Festungsanlage

Der Sanierungsverein Ravelin 2 hat weitere Flächen der Festungsanlagen an der Maybachstraße übertragen bekommen. Künftig gibt es dort noch mehr Platz für Veranstaltungen.

Von Stefan Harter
Für Veranstaltungen im Ravelin 2 in Magdeburg steht künftig noch mehr Fläche zur Verfügung. Foto: Stefan Harter

Magdeburg. Zu Pfingsten hätte das Ravelin 2 an der Maybachstraße wieder Schauplatz für das traditionelle Mittelalterspektakel sein sollen. Corona ließ die Veranstalter umschwenken, Anfang Juli soll es nun soweit sein. Geht es nach Rüdiger Stefanek, Chef des Sanierungsvereins, kann bereits im nächsten Jahr noch größer gefeiert werden. Denn die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder haben jetzt noch mehr Flächen rund um das alte Festungsbauwerk in ihrer Verantwortung.

Per Stadtratsbeschluss wurden über 5000 Quadratmeter von der Stadt an den Verein übertragen. Schon seit 2015 sind sie für den Erhalt unter anderem von Kehlkasematte und Doppelkaponniere verantwortlich, insgesamt über 10.000 Quadratmeter. Die Überlassung ist unbefristet und erfolgt unentgeltlich. Mit unermüdlichem Einsatz haben die Ravelin-Retter aus dem verfallenen Objekt eine ansehnliche Einrichtung erschaffen, die sich mit professionellen Museen messen lassen kann.

40 Stellplätze geplant

Nun wird zum einen der Vorplatz vor dem Kavalier 5 direkt an der Maybachstraße künftig mitgenutzt. So laufen aktuell die Planungen für den Bau von 40 Stellplätzen, die für die Vereinsmitglieder sowie die Besucher der Ausstellung gedacht sind. Bei Veranstaltungen soll der Platz dann aber auch genutzt werden, erklärt Rüdiger Stefanek. Die Stadt will den Parkplatz mit Hilfe von Fördermitteln anlegen. Die Fläche wird auch eingezäunt, um beispielsweise das illegale Abladen von Müll zu verhindern, so der Vereinschef.

Weiterhin werden künftig die Grünflächen nördlich des Ravelins vom Verein mitgenutzt werden. Dort haben sich die Mitglieder in den vergangenen Wochen durch den Wildwuchs gearbeitet. Einige kranke Bäume mussten gefällt werden. Ein kleines Wäldchen blieb stehen und soll den Rahmen für weitere Stände beispielsweise beim Mittelalterfest bieten. Es werden Wege angelegt und die Gefälle angeglichen. Rüdiger Stefanek ist optimistisch, dass man das Areal bereits zu Pfingsten 2022 besuchen kann.

Wann es mit der großen Sanierungsmaßnahme zur Rettung des Ravelin-Daches losgeht, vermag er noch nicht zu sagen. Fast drei Millionen Euro, Fördermittel aus der EU, sollen dafür eingesetzt werden, die zwei Meter dicke Erdschicht abzutragen und das Dach abzudichten. Anschließend wird der Erdwall nach historischem Vorbild wieder aufgeschüttet. 16 Schornsteine gab es früher auf dem Wall, alle sind im Lauf der Jahre umgestoßen worden und verschwanden, sagt er. Jeder der senkrechten Gänge biete Wasser die Möglichkeit, das Mauerwerk des 150 Jahre alten Festungsbauwerks anzugreifen. Die Sanierung sei dringend notwendig, so Stefanek.

Virtueller Rundgang

So gut wie fertig ist das neue barrierefreie Behinderten-WC, das im Bereich eines ehemaligen Bombentreffers eingerichtet wurde. Durch eine Glasscheibe kann man dort die Bauweise mit den hinterlüfteten Wänden sehen. Die Außenmauer wurde teilweise mit den original Steinen sowie Nachbildungen wieder aufgebaut.

Aktuell arbeite man zudem an einem virtuellen Rundgang, verrät Rüdiger Stefanek. Dieser soll es ermöglichen, dass die Zuschauer von der aktuellen Ansicht der Anlagen in die frühere „springen“ können.