Magdeburg l „Am schlimmsten ist dieses Hämmern im Kopf“, sagt Gabriel K.* Als würde jemand mit dem schweren Werkzeug immer auf das Gehirn einschlagen. Dazu kommt die Übelkeit. „Ich nehme Gerüche extrem wahr. Ich ertrage sie nicht, genauso wenig wie Lärm. Nicht mal ein Radio darf laufen“, schildert die Pädagogin die Situation während der Migräneanfälle. Wenn die Anfälle kommen, bis zu 15-mal im Monat, dann wisse sie „vor Schmerzen kaum ein noch aus“. Medikamente lindern das Leiden zwar; sie helfen, den Schmerz zu unterdrücken.

Doch das Frösteln, die Übelkeit, die fehlende Konzentration – diese Begleiterscheinungen bleiben. Gabriele quält sich durch den Berufsalltag. Sie könne ja nicht immer krankmachen, wenn die Anfälle kommen, sagt sie.

Schon seit dem Jugendalter leidet die Magdeburgerin unter der neurologischen Störung. Auslöser war damals eine hormonelle Erkrankung. Bis heute kämpft sie mit der Krankheit. Der Druck wirkt sich auch auf die Familie aus.

Leichter Ausdauersport

Die heute Mittvierzigerin sucht Hilfe bei Fachärzten und entscheidet sich schließlich für einen vierwöchigen Aufenthalt in der Schmerzklinik in Königstein. „Das hat mir wirklich sehr geholfen“, schätzt Gabriele K. ein. Hier habe sie unter anderem den richtigen Umgang mit den Medikamenten gelernt. „Früher habe ich sie meist zu spät eingenommen“, erzählt sie. Auch gesündere Ernährung und mehrmaliger leichter Ausdauersport in der Woche mit Laufen und Radfahren halfen, die Migräne besser in den Griff zu bekommen.

Dass die Migräne-Liga auf einem Forum umfassend informieren will, freut Gabriele K. „Ich wusste damals auch vieles einfach nicht“, meint die Betroffene. Aufklärung – gerade auch über Behandlungsmöglichkeiten – sei so wichtig, betont sie.

Zum öffentlichen Migräne-Forum wird am Donnerstag, 28. April, von 18 bis ca. 21 Uhr ins Maritim-Hotel in der Otto-von-Guericke-Straße in Magdeburg eingeladen. Schmerzspezialisten sprechen unter anderem über neue Wege der Migränebehandlung und psychologische Aspekte. Dazu gibt es z.B. den Vortrag "Keine Angst vor der Attacke". Die Experten beantworten auch Fragen der Besucher. Der Eintritt ist frei.

(*Name von der Redaktion geändert)