Magdeburg l „Sprengen ist Vertrauenssache, man hat nur einen Versuch“, sagte am Mittwoch Martin Hopfe als Geschäftsführer der Thüringer Sprenggesellschaft, nachdem er mit seinem Team den alten Schornstein auf dem Gelände des ehemaligen Altstadtkrankenhauses mit einem lauten Knall und acht Kilogramm handelsüblichem Sprengstoff zu Fall gebracht hatte.

Hopfe bedankte sich daher für das Vertrauen, das der Bauherr in ihn gesetzt hatte. Die Sprengung sei glatt gelaufen, berichtete der 64-Jährige, der seit 34 Jahren sprengberechtigt ist. Es war bereits der 434.  Schornstein, den er gesprengt hat. „Es ist so eine Marotte unter vielen Sprengmeistern, dass sie mitzählen“, sagte er. Auf 30 Bohrlöcher war das „Eurodyn2000“ verteilt und mit 30 Zündern versehen worden.

Respekt vor Sprengung

Aber auch wenn Hopfe schon viele Schornsteine gesprengt hat: Den Respekt verliert er nie. „Man muss jeden Schornstein ernst nehmen“, erklärte er. Und auch die Aufregung vor einer Sprengung vergeht nie so ganz. „Natürlich bin ich vorher aufgeregt.“

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Das Besondere an der Sprengung war die Lage mitten in der Innenstadt und direkt an einer Hauptverkehrsstraße, mit umliegender Wohnbebauung. „Da kann man ein Gelände nicht 300 Meter weit absperren“, sagt Hopfe, „da muss man mit Augenmaß agieren.“ Außerdem sollte umliegende Gebäudesubstanz erhalten bleiben. Deshalb musste der Schornstein perfekt fallen. Und das sei geglückt.

Magdeburger am Sprengort

Anwohner waren vorher über die Sprengung informiert worden. Einige Schaulustige versammelten sich rund um den Sprengort, um mitzuerleben, wie der Schornstein zu Fall gebracht werden würde. Polizei und Ordnungsamt sperrten die Straße ab.

Dann erklang ein langgezogenes Fanfarensignal – das Signal, den Sprengbereich zu räumen. Etwa eine Viertelstunde später waren zwei kurze Töne zu hören – das Signal zum Zünden der Ladungen. Wenig später drei kurze Signale: Mit ihnen zeigten die Experten an, dass die Sprengung vorüber sei.

Die Fachleute besichtigten danach die Sprengstelle. Dann bedankte sich Martin Hopfe bei allen Helfern, die den Bereich abgesichert hatten.

Das einstige Altstädtische Klinikum wurde verkauft. Ein Investor möchte dort unter anderem ein Hotel einrichten.