Magdeburg l Kurz bevor ein Busfahrer der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) kürzlich seine Tour beginnen will, bemerkt er den Rauch aus dem Motorraum seines Busses. Die Feuerwehr muss den Brand löschen, Fahrgäste sind zum Glück noch nicht zugestiegen. Anders sieht es bei dem Vorfall nur zwei Wochen zuvor aus.

Am 21. Juli bricht gegen 15 Uhr Feuer im Motorraum eines Busses aus, in dem Fahrgäste unterwegs sind und schnell das Fahrzeug verlassen müssen. Der Busfahrer, selbst Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, kann den Brand mit dem Feuerlöscher in Eigenregie löschen.

Ursache gefunden

Bei den MVB kennt man jetzt die Ursache. In beiden Fällen sollen sich Kabel im Motorraum der Busse entzündet haben. „Die betreffenden Kabel hatten sich durch Vibrationen aufgerieben“, sagt die Geschäftsführerin der MVB Birgit Münster-Rendel. Und erklärt auf Nachfrage der Volksstimme: Vergleichbare Brände habe es bisher nie gegeben.

Bei den beiden betroffenen Bussen, die einen Schaden im sechsstelligen Bereich genommen haben, handelt es sich um Linienbusse der Firma Solaris. Mit Modellen des polnischen Herstellers sind die MVB bereits seit einigen Jahren unterwegs. Umgehend hätten Mitarbeiter der MVB begonnen, erst alle bauartgleichen Busse zu überprüfen und im Anschluss die gesamte Busflotte, heißt es von den Verkehrsbetrieben.

Neue Kabelschellen

Mit dem Ergebnis: Bei allen Bussen sollen die sogenannten Kabelschutzschellen, mit denen die Kabel befestigt sind, durch neue Schellen mit einem Kantenschutz ersetzt werden. Die neuen Schellen sollen verhindern, dass die Kabel durch Vibrationen aufgerieben werden.

Jetzt werden den MVB zufolge alle Fahrzeuge umgerüstet sein. Rund 50 Busse gehören zur Fahrzeugflotte. Die betroffenen Kabel „werden ab sofort in den wöchentlichen Durchsichten mitüberprüft“, sagt Birgit Münster-Rendel. In den Wartungsplänen des Herstellers sei das bisher nicht vorgesehen gewesen. Auch für die regelmäßigen Schulungen der Busfahrer gibt es einen neuen Plan: Die Themen Brandschutz und Brandbekämpfung werden ins Programm aufgenommen.

Sicherheit

Mit diesen Maßnahmen werde man bei den MVB erreichen, „dass die beiden Brände die absolute Ausnahme bleiben und sowohl unsere Fahrgäste als auch unsere Mitarbeiter sich immer sicher an Bord unserer Fahrzeuge fühlen können“, sagt Birgit Münster-Rendel.

Damit trifft die MVB-Geschäftsführerin den Nerv einiger Volksstimme-Leser, die bereits ihre Sorgen nach den beiden Brandfällen ausgedrückt haben. Was die Gemüter besonders beunruhigt: Erst Anfang Juli war ein Reisebus auf einer Autobahn in Bayern auf einen Lkw-Anhänger aufgefahren und dabei in Brand geraten. 18 Menschen, darunter auch der Busfahrer, starben in den Flammen.