Magdeburg l Zum August 2019 steigen in Magdeburg und in den Landkreisen Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis die Preise für den öffentlichen Personennahverkehr wie in den vergangenen Jahren. Jost Beckmann ist Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Marego. Er sagt, dass es den politischen Auftrag der Kreise und der Stadt Magdeburg gebe, mit der Nutzerfinanzierung den öffentlichen Verkehr zu stärken und so die öffentlichen Haushalte zu entlasten.

Sprich: Keines der Verkehrsunternehmen könnte ohne Zuschüsse durch die Kommunen ihre Leistungen zu den bekannten Preisen und zu den bekannten Konditionen anbieten. Und diese Zuschüsse sollen offenbar nicht weiter steigen, selbst wenn die Unternehmen höhere Aufwendungen zum Beispiel für Energie und für Löhne einkalkulieren müssen.

Kritik an Preiserhöhung

Kritisiert wird dies bereits von der Magdeburger Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Deren verkehrspolitischer Sprecher Jürgen Canehl schreibt: „Aus unserer Sicht sind die Fahrpreiserhöhungen zum jetzigen Zeitpunkt der völlig falsche Weg und absolut kontraproduktiv für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr.“ Die Stadt sollte die Zuweisungen an die MVB deutlich erhöhen, um Rückstaus bei der Instandhaltung an Gleisanlagen zu beheben und notwendige Investitionen in den Service von Bus und Bahnen zu ermöglichen.

Konkrete Zahlen hat der Verkehrsverbund zu den Preissteigerungen noch nicht genannt. Klar ist nur, dass die Zeitkarten um 2,6 Prozent teurer werden sollen. In Magdeburg soll zwar der Preis bei den Einzelfahrten und in den Landkreisen für Angebote für Familien, Kleingruppen und Senioren konstant bleiben. Insgesamt sollen aber auch die Preise für diese am Ticketautomaten erworbenen Angebote ansteigen. Hier rechnet der Verkehrsverbund von einer 2,1-prozentigen Preissteigerung im Schnitt.

Bei einer 2,6-prozentigen Preissteigerung würde beispielsweise die Monatskarte für die Tarifzone Magdeburg statt 56,10 dann 57,56 Euro kosten. Eine Einzelfahrt über die Grenzen mehrerer Kommunen hinweg in der Tarifgruppe 5 würde statt 5,20 bei einer 2,1-prozentigen Steigerung 5,30 Euro kosten.

Kommunen müssen zustimmen

Bevor die Preissteigerungen tatsächlich umgesetzt werden, müssen allerdings alle Partner zustimmen. Neben den Verkehrsunternehmen selbst sind dies die hinter diesen stehenden Kommunen, die auch als Aufgabenträger gefragt sind. Erst dann wird der Tarifverbund bekanntgeben, wie hoch die Preissteigerungen für die einzelnen Angebote genau ausfallen.