Magdeburg l Nachdem schon der Edeka-Markt nebenan mit seinen Erweiterungsplänen in Magdeburg-Cracau scheiterte, hat es nun auch Norma erwischt. Eine von SPD, Linken und Grünen getragene Ratsmehrheit folgte in der Abwägung zum B-Plan „Verlängerte Friedrich-Ebert-Straße“ den Anliegerbedenken und lehnte den geplanten Neubau des Nahversorgers entgegen dem Vorschlag der Stadtverwaltung Magdeburg ab.

Entstehen solle der neue Norma-Markt auf einer Grünfläche in Nachbarschaft zu einer neuen Kita; ein Garagenkomplex sollte weichen. Die schon mehrfach geführte Debatte zum Thema erwies sich als zäh und nahm zu Teilen skurrile Züge an.

Stadträte gegen Lärmschutzmauer

SPD-Fraktionschef Jens Rösler und der Grüne Timo Gedlich mochten sich zum Beispiel die vom Markt zum Zweck des Lärmschutzes geplante Mauer neben dem Kita-Freigelände – Höhe 7,50 Meter – nicht vorstellen, u. a. weil das Kita-Außengelände schon jetzt recht knapp bemessen sei und durch die Mauer überdies verschattet würde. CDU-Rat Manuel Rupsch erachtete die Mauer dagegen gerade als Schattenspender für dienlich: „Kinder sollten nicht den ganzen Tag in der Sonne sitzen.“

Hauptargumente gegen den Bau – vorgetragen von SPD und Linken – war die Anwohnerkritik an den Neubauplänen, die durchaus ansehnliche Versorgung des Stadtviertels mit Märkten (Rewe, Aldi, Edeka) und der Wunsch, nach der Entwicklung eines echten Stadtteilzentrums am Standort, das nicht allein aus Märkten besteht.

Lutz Trümper in Zwangslage

Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sah sich in einer Art Zwangslage. Die Stadtverwaltung hat Norma offenbar die Machbarkeit der Neubaupläne in Aussicht gestellt. Nur deshalb habe sich der Markt von seinem alten Sitz am Standort (heute ein Rossmann-Markt) verabschiedet und zog übergangsweise in die Seestraße. „Das war aber immer nur als Zwischenstation geplant im Vertrauen auf die Entwicklung am alten Standort“, so Trümper mit Verweis auf den jahrelangen Diskussionsprozess zum Thema.

Den Sitz in der Seestraße soll Norma bereits gekündigt haben. CDU-Mann Rupsch warnte eindringlich von dem „Verlust von 30 Arbeitsplätzen“, schöbe der Rat den Neubauplänen einen Riegel vor. Der Linke Oliver Müller zweifelte Rupschs Äußerung offen an: „Ich kaufe in Sudenburg regelmäßig bei Norma ein, auch wenn das kein großes Einkaufserlebnis ist. Da sehe ich vielleicht eineinhalb bis zwei Angestellte. Wo soll so ein Markt 30 Leute beschäftigen?“

Am Ende fiel die Abstimmung eindeutig aus – gegen den Norma-Neubau. Der B-Plan ist gestoppt.