Magdeburg l Im Kampf gegen die Miniermotte werden am Donnerstag weitere Meisennistkästen in der Breitscheidstraße in Magdeburg angebracht. Der Awo-Landesverband Sachsen-Anhalt, Initiator des Projektes, freut sich über Naturinteressierte, die ihn bei dieser Aufgabe unterstützen möchten. Treffpunkt für alle Interessierten ist um 16 Uhr im Awo-Nachbarschaftstreff in der Mörikestraße 2.

„In Fortsetzung der erfolgreichen Aktion aus dem letzten Jahr – circa 70 Prozent aller Nistkästen in der Breitscheidstraße waren belegt, davon circa 85 Prozent durch Meisen – möchten wir das Projekt ausweiten und weitere Nistkästen anbringen mit dem Versuch, der Miniermotte weiterhin umweltverträglich und nachhaltig zu begegnen“, berichtet Elias Steger. Der Schädling sorgt dafür, dass die Bäume schon im August oder gar früher ihre Blätter verlieren.

Bislang ging man davon aus, dass die Kastanienminiermotte keine natürlichen Feinde in unserer einheimischen Vogelwelt hat. Doch Kohl- und Blaumeisen haben anscheinend die Raupen der Motte für sich als leckere „Häppchen“ entdeckt.

Unter dem Motto „Meisen gegen Miniermotten“ hatte Elias Steger im Frühjahr 2016 ein Projekt ins Leben gerufen, um die natürlichen Feinde der Miniermotte ins Revier zu locken. Sowohl die Stadt als auch seinen Arbeitgeber konnte er für die Idee begeistern. Patienten der Ergotherapie in Awo-nahen Einrichtungen bauten aus Holz 27 Meisennistkästen, die Elias Steger und weitere Mitstreiter im März 2016 entlang der Breitscheidstraße anbrachten. Die Überraschung war groß, als Elias Steger und weitere Helfer im vergangenen September zur Nistkasten-Inventur anrückten. 18 der insgesamt 27 Vogelstuben waren belegt, bis auf drei auch alle von Meisen bewohnt. In den drei Fällen hatten Sperlinge das Nest überbaut. In einer Holzkiste hatten sich Hornissen eingenistet.