Stadtentwicklung

Neue Synagoge in Magdeburg soll im Jahr 2023 eingeweiht werden

Im Magdeburger Stadtzentrum soll ein neuer Sitz für die Synagogengemeinde gebaut werden. Jetzt gab es den Fördermittelbescheid vom Land Sachsen-Anhalt.

Von Martin Rieß
In Magdeburg kündet ein Transparent in der Julius-Bremer-Straße 3 vom geplanten Bau der Neuen Synagoge.
In Magdeburg kündet ein Transparent in der Julius-Bremer-Straße 3 vom geplanten Bau der Neuen Synagoge. Foto: Martin Rieß

Magdeburg

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat am 11. Mai 2021 Vadim Laiter, Vorsteher der Synagogengemeinde zu Magdeburg, den Fördermittelbescheid des Landes für den Bau der Neuen Synagoge in der Julius-Bremer-Straße 3 übergeben. Das Land gewährt für den Neubau einen Zuschuss in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Neubau werden sich voraussichtlich auf 3,4 Millionen Euro belaufen. Die Landeshauptstadt hatte bereits 2019 das Grundstück beigesteuert.

„Die jüdische Gemeinschaft erhält ein modernes Gotteshaus, das sie für ihre weitere Entwicklung dringend benötigt. Aber auch das Land, die Stadt und die gesamte Bürgergesellschaft brauchen die neue Synagoge“, sagte Reiner Haseloff in seiner Grußbotschaft.

Wunsch auf Baustart im nächsten Frühjahr

Auch Vadim Laiter machte deutlich, dass die neue Synagoge ein Ort für alle Menschen sein soll – ausdrücklich auch für die liberale Jüdische Gemeinde Magdeburg. Derzeit, so Vadim Laiter, laufe noch das Ausschreibungsverfahren für den Generalunternehmer, der das Haus bauen soll. Auch sind noch einige architektonische Anpassungen durch das Büro Sattler + Täger erforderlich. „Mein Wunsch wäre, dass wir noch im November den ersten Spatenstich für den Neubau vornehmen können.“ Baubeginn könnte dann im Frühjahr und im Herbst 2023 die Einweihung sein.

Das Gotteshaus wird ganz in der Nähe des Standortes der alten Synagoge errichtet. Diese war 1851 vollendet und 1897 auf 1300 Besucherplätze erweitert worden. 1938 fiel sie der Reichspogromnacht zum Opfer. Daran erinnerte auch Waltraut Zachhuber vom Förderverein der Synagoge: „Ohne diese Schuld von damals müssten wir hier heute nicht stehen.“ Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, dass es sehr schnell gegangen sei, damals zu zerstören – es dauere unendlich viel länger, wieder etwas aufzubauen.

Vor 22 Jahren hatte sich der Förderverein gegründet, der die Synagogengemeinde bei dem Neubauprojekt unterstützt. Ein erster Fördermittelantrag war im Jahr 2012 gestellt worden.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (v.l.), Waltraut Zachhuber vom Förderverein Neue Synagoge Magdeburg, der frühere Landtagspräsident Dieter Steinecke, Ministerpräsdident Reiner Haseloff, Vadim Laiter von der Synagogengemeinde Magdeburg sowie die Landtagsabgeordneten Tobias Krull und Falko Grube bei der Übergabe des Förderbescheids.
Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (v.l.), Waltraut Zachhuber vom Förderverein Neue Synagoge Magdeburg, der frühere Landtagspräsident Dieter Steinecke, Ministerpräsdident Reiner Haseloff, Vadim Laiter von der Synagogengemeinde Magdeburg sowie die Landtagsabgeordneten Tobias Krull und Falko Grube bei der Übergabe des Förderbescheids.
Foto: Martin Rieß