Magdeburg l Die Stadtbibliothek beschränkt sich schon längst nicht mehr nur auf Bücher in endlosen Regalen. Die digitale „Onleihe“ ist beispielsweise jederzeit möglich. Weil auch immer mehr das Lernen mit modernen Technologien erfolgt, sollen jetzt die medienpädagogischen Kompetenzen in der Bibliothek ausgebaut werden.

Das hat Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle in einer aktuellen Stellungnahme erklärt. Die Vollzeitstelle eines Bibliothekars soll deshalb in eine Stelle für einen Medienpädagogen umgewandelt werden. Hintergrund ist ein Ratsantrag der FDP, die die Kölner Stadtbibliothek als Rollenmodell nennt. Dort gibt es bereits einen sogenannten „Makerspace“ (dt. Raum zum Machen), in dem die Nutzer gemeinsam kreativ werden können. Dazu gibt es zum Beispiel Robotertechnik, 3-D-Drucker, VR-Brillen, Musikinstrumente oder auch Nähmaschinen. Solch ein Angebot wünschen sich die Antragsteller auch für die Magdeburger Bibliothek.

Schnitzeljagd mit dem Tablet

Laut Puhle ist die Stadtbibliothek eine der wichtigsten Kultureinrichtungen der Stadt, die Bildungspartner für Schulen und Kitas, aber auch Erwachsene ist. Durch viele Veranstaltungen insbesondere für Kinder und Familien hat sie sich schon lange breiter aufgestellt als nur für das Ausleihen herkömmlicher Medien. Die Verknüpfung der Angebote mit digitalen Medien wird dabei regelmäßig ausprobiert. So gab es zum Beispiel eine Schnitzeljagd mit dem Tablet. An allen Standorten habe man zudem zusätzliche Lesebereiche eingerichtet, um das Arbeiten oder Lernen vor Ort zu unterstützen. Kostenloses W-Lan werde deshalb ebenfalls angeboten.

Mit einem regelmäßigen Strick- und Häkeltreff habe es sogar einen ersten Versuch in Richtung „Makerspace“ gegeben, so der Kulturbeigeordnete. Grundsätzlich unterstützt die Verwaltung daher den Wunsch nach einem solchen Raum in der öffentlichen Bibliothek.

Lernprozesse unterstützen

„Makerspaces sind sehr gut geeignet, Lernprozesse zu unterstützen und eine Umgebung zu schaffen, in der Menschen von anderen Menschen lernen, denn sie sind Orte des kollaborativen Lernens und Arbeitens“, erklärt Matthias Puhle.

Neben der technischen Ausstattung, die es anzuschaffen gilt, brauche solch ein Raum aber auch eine kompetente Person, die die Angebote steuert, bzw. begleitet. Dazu soll ein Medienpädagoge angestellt werden. Dieser oder diese soll dann zunächst ein Konzept für die Medienarbeit für den Stadtrat erstellen. Mit lokalen Kooperationspartnern könnte es dann beispielsweise Veranstaltungen mit Apps, Roboterkurse oder Coding-Projekte geben, so Matthias Puhle.