Magdeburg l Die Fragen nach Selbsthilfegruppen für den psychischen Bereich nehmen zu – verstärkt suchen jüngere Menschen nach Hilfsangeboten. Darauf richtet sich die Kobes ein. Mit einem neuen Projekt analysiert die Kontakt- und Beratungsstelle mit Sitz am Breiten Weg zunächst den Bedarf, um Möglichkeiten zu schaffen, dass sich Selbsthilfegruppen für junge Betroffene organisieren können. „Dabei geht es darum, herauszufinden, ob sie eine andere Anspracheform, eine andere Öffentlichkeitsarbeit und andere Möglichkeiten des Austauschs brauchen und auch welche fachliche Beratung sie benötigen “, so Florian Sosnowski, Leiter der Einrichtung.

Die BKK Mobile Oil – eine der größten privaten Krankenkassen – finanziert das Projekt „Junge Selbsthilfe“ für insgesamt zwei Jahre. Über die Socialmedia-Plattformen Instagram und Facebook wird aktive Aufklärungsarbeit geleistet, dass Selbsthilfe nicht bedeutet, in einem Stuhlkreis gemeinsam Kaffee oder Tee zu trinken, so eines der gängigen Klischees. „Dabei gehen wir auf spezielle Themen ein, der Welttag des Stotterns etwa war Anlass für einen Beitrag“, sagt Franziska Fritzsche. Sie leitet das Projekt und hat es an Einrichtungen wie Berufsschulen vorgestellt. In Gesprächen sei festgestellt worden, dass nicht nur psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Sozialphobie ein großes Thema bei den Jüngeren sind. Essstörungen und auch Muskel-erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) bieten Anlass für einen Austausch. Wie gehen andere Betroffene damit um, welche zusätzliche Hilfe kann in Anspruch genommen werden? Fragen wie diese können die Grundlage sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen oder gar selbst eine zu organisieren.

Internet ist kein Allheilmittel

Im Internetzeitalter ist das kein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Im Gegenteil. Das Internet als Verbreitungsmedium sei wichtig, aber nicht das Allheilmittel, heißt es von der Kobes. Das Online-Vernetzen ergibt beispielsweise bei seltenen Erkrankungen Sinn, etwa wenn sich Betroffene aus verschiedenen Städten untereinander austauschen. Selbsthilfe lebt vom Austausch vor Ort, bei dem Vertrauen entsteht und feste Verabredungen möglich sind.

Das Projekt „Junge Selbsthilfe“ ist über das Instagram-Profil der Kobes unter selbsthilfekontaktstelle_md und die Facebook-Seite Kobes Magdeburg zu erreichen.

Das ist Kobes

Kobes ist die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbst- hilfegruppen der Stadt Magdeburg. Die Aufgaben umfassen unter anderem Hilfe bei der Gründung von Selbsthilfegruppen, Informationen über professionelle , die kostenlose Bereitstellung von Räumen und Bürotechnik,  das Herstellen regionaler und überregionaler Kontakte und Vernetzung sowie die Organisation von Gesamtgruppentreffen und Selbsthilfetagen.

Die Kontaktstelle wird von der Caritas betrieben und erfährt eine finanzielle Unterstützung von der Landeshauptstadt Magdeburg. Für Fragen und Informationen ist die Kobes im Breiten Weg 215 sowie telefonisch unter 0391/40 22 41 84 und per E-Mail an kontakt@kobes-magdeburg.de zu erreichen.