Magdeburg l Die Malteser stehen in den Startlöchern. Zum Schuljahresbeginn beginnen sie den Hortbetrieb am Norbertusgymnasium. Eine Premiere für alle Beteiligten: Bislang haben die Magdeburger Malteser keinen Hort, und auch an keinem Gymnasium gibt es eine entsprechende Einrichtung. Damit ist es auch für die Schule, die in Trägerschaft der katholischen Kirche betrieben wird, ein Novum.

Gut für Alleinerziehend

Therese Stüber-Schuth ist eine der Mitarbeiterinnen des neuen Horts, doch sie kennt das Norbertusgymnasium sehr gut: Bereits in den vergangenen Jahren haben die Malteser hier eine Nachmittagsbetreuung betrieben. „Wir haben aber in den vergangenen Jahren immer wieder gemerkt, dass es einen Bedarf zu einer Ausweitung dieses Angebots gibt.“ Gerade für Familien mit alleinerziehenden Eltern werde ein Hort eine Entlastung bieten, ist sich die Hortmitarbeiterin sicher.

Da der Stadtrat den Weg für den Hortbetrieb frei gemacht hat, gibt es auch die entsprechende Förderung, und mit mehr Personal können künftig auch mehr Schüler von der Betreuung am Morgen und am Nachmittag profitieren.

Für die fünften Klassen

Reimund Märkisch leitet das Norbertusgymnasium und erläutert: „Das Angebot richtet sich entsprechend dem Gesetz vor allem an Schüler der fünften Klasse.“ Falls noch Plätze frei sind, könnten auch Sechstklässler noch den Hort besuchen. „Wir haben die Ferien genutzt, um die Räume für den Hort frei zu machen“, berichtet der Schulleiter. Unter anderem musste ein Kunstraum umziehen.

In den vergangenen Tagen hatte Therese Stüber-Schuth alle Hände voll zu tun: Zwei Gruppenräume und ein Mitarbeiterraum mussten hergerichtet werden. In einem kräftigen frischen Gelb erstrahlen die Wände. Stühle, Tische, Inventar wurden eingeräumt. Und auch das Lernstudio der Schule, das gemeinsam mit dem Gymnasium genutzt werden soll, wurde eingerichtet. Den letzten Schliff soll der neue Hort mit einigen neuen Möbeln in den Herbstferien bekommen – so dass dann offiziell gefeiert werden kann. Dann soll auch der Name für den noch namenlosen Hort gefeiert werden.

Erst Hausaufgaben, dann Projekte

Da der tagtägliche Betrieb aber schon mit dem Schuljahresbeginn startet, ist wichtig, dass alle Bereiche funktionieren. Therese Stüber-Schuth sagt: „Das Lernstudio ist für uns am Nachmittag von großer Bedeutung. Ein sehr wichtiger Punkt in unserem Programm ist nämlich die Betreuung der Hausaufgaben – und dazu ist ein ruhiger Raum natürlich besonders bedeutsam.“ Daneben haben sich im Rahmen der vergangenen fünf Jahre bei der Nachmittagsbetreuung schon Brettspiele und Bastelwerkzeuge angesammelt – die werden natürlich weitergenutzt. Und es soll Projekte geben. Thema dabei könnte Theater sein, aber auch die Erste Hilfe oder die Arbeit mit Senioren als Kernkompetenzen der Malteser.

Einig sind sich Therese Stüber-Schuth und Reimund Märkisch, dass dennoch eine Teilnahme der Schüler an den außerschulischen Arbeitsgemeinschaften möglich sein soll. Das bedeutet: Es besteht durchaus noch ein gewisser Aufwand, alle Aktivitäten zu koordinieren. Ganz klar ist aber auch: Die Kinder sollen Freiräume bekommen. Therese Stüber-Schuth sagt: „Wir als Erwachsene müssen uns da sicher manchmal zurücknehmen. Aber wir möchten, dass die Kinder eigene Kreativität entwickeln und sich ausprobieren können.“

Ferienhort geplant

Völlig neu im Angebot wird ein Ferienhort sein – den hatte die bisherige Nachmittagsbetreuung nicht angeboten. In den kommenden Monaten werden die Akteure am Norbertusgymnasium beobachten, wie der Hort läuft. Bislang gibt es zwar 50 Plätze – aber eben auch schon eine Warteliste. „Wenn die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, dann müssen wir über eine Erweiterung nachdenken“, sagt der Schulleiter Reimund Märkisch. Das aber ist noch Zukunftsmusik.