Magdeburg (ag) l Zwei kleine "Mini-Gundis" wuseln seit wenigen Tagen im Wüstenterrarium des Nashornhauses im Zoo Magdeburg herum. Es sind nicht nur die ersten tierischen Neulinge des Zoojahres 2019, sondern auch der Erstzuchterfolg mit dieser Art in Magdeburg.

Diese außergewöhnlichen Nagetiere sind in Deutschland nur in zehn zoologischen Einrichtungen zu sehen und gehören erst seit 2017 zum Tierbestand des Zoos. Den hohen "Niedlichkeitsfaktor" verdanken die Gundis - die auch "Kammfinger" genannt werden – ihrem demonstrativen Putzverhalten. Mit ihren Hinterpfoten, die mit kammartigen Borsten versehen sind, bürsten sie sich immer wieder mit hoher Geschwindigkeit durch ihr Fell, um es von Staub und Sand zu befreien.

Für die Gundis ist ein möglichst glattes Fell im Freiland überlebenswichtig, denn es rettet sie mit etwas Glück aus den Fängen ihrer Feinde (zum Beispiel Goldschakale). Gundis sind in den nordafrikanischen Bergen des Hohen Atlas in Tunesien, Algerien, Marokko beheimatet. Sie trinken nicht, sondern nehmen das überlebenswichtige Wasser ausschließlich über ihre Nahrung auf, die vor allem aus Gräsern und ausgewählte Kräuter sowie deren Samen und Blüten besteht. Damit sind sie hervorragend an die extreme Trockenheit angepasst.

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Diese tagaktiven, sonnenliebenden Kleinsäuger leben sehr sozial in Gruppen von bis zu 20 Individuen. Im Zoo treffen die Besucher die niedlichen Fellknäuel oft unter den wärmenden Lampen des Großraumterrariums im Nashornhaus zusammengekuschelt an. Derzeit zählt die quirlige Magdeburger Gundi-Gruppe vier Männchen und ein Weibchen sowie die beiden Jungtiere.