Magdeburg l Vorsicht, Glatteis! Auch in Magdeburg wurde es am 5. März 2018 durch überfrierende Nässe in den frühen Morgenstunden kreuzgefährlich auf den Straßen und Wegen.

In den Krankenhäusern herrschte Ausnahmezustand. "Das Team der Unfallchirurgen musste aufgrund der vielen Notfallpatienten verdoppelt werden", berichtete Dr. Markus Rettig, Leiter der Notaufnahme im Universitätsklinikum. "Um 13 Uhr haben wir bereits den 54. Patient des Tages behandelt", schilderte er die Lage – ein ungewöhnlicher Ansturm. Die Glatteisopfer seien Fußgänger oder Radfahrer gewesen.

Verletzte Fußgänger und Radfahrer

Die meisten Fußgänger klagten über Brüche der Hand und des Unterarmes, Radfahrer hingegen über Verletzungen an Schulter und Sprunggelenk.

Auch die Notaufnahme des Städtischen Klinikums in Olvenstedt war restlos überfüllt, zwischen 5 und 6 Uhr morgens trafen hier schon die ersten Glätteopfer ein. Vereinzelt hatte es sogar Platzwunden am Kopf gegeben. In den Pfeifferschen Stiftungen litt ein Patient außerdem unter einem völlig verdrehten Sprunggelenk.

Rettungsdienst im Dauereinsatz

Der Rettungsdienst der Stadt Magdeburg fuhr vermehrt Einsätze. 126 waren es zwischen 4 bis 14.30 Uhr im Rettungsdienst und Krankentransport. Allein 38 Einsätze waren nach Stürzen notwendig. Zweimal kamen sogar Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr mit Rettungskräften als sogenannte „First Responder“ zum Einsatz, die die Verletzten versorgten, bis diese an den Rettungsdienst übergeben werden konnten.

Auch die Polizei hatte auf den Straßen gut zu tun. Im Stadtgebiet habe es bis Mittag 58 Unfälle gegeben, die auf Glatteis und unangepasste Geschwindigkeit zurückzuführen waren, sagte Polizeisprecher Mike von Hoff. Bis zum Nachmittag erhöhte sich die Zahl auf 71 Unfälle. "Glücklicherweise blieb es bei Blechschaden. Es wurde niemand verletzt", so von Hoff.

Winterdienst schlägt Alarm

Der Regen hatte in Magdeburg gegen 3.30 Uhr eingesetzt. "Unser Fahrer aus dem Bereitschaftsdienst schlug Alarm", berichtete Winterdienstchef Andreas Stegemann. Der Winterdienst rückte mit voller Mannschaft und zum Beispiel 20 Großräumfahrzeugen aus. "Es hatte sich ein dicker Eispanzer gebildet. Wir hatten Glück, dass das so zeitig war und nicht im dicksten Berufsverkehr", hielt Stegemann fest.

Zuerst wurden die wichtigsten Verkehrsstraßen wie Ring, Bundesstraße 1 und Schleinufer gestreut. Gegen 7 Uhr konnten die Mitarbeiter bereits die ersten Nebenstraßen wie Hegelstraße oder Anhaltstraße in Angriff nehmen.

Räum- und Streupflicht beachten

Stegemann erinnerte noch einmal an die Räum- und Streupflicht der Anlieger. Gehwege und kombinierte Rad-/Gehwege müssen von den Anliegern bzw. Eigentümern gestreut werden. Das hatte punktuell nicht überall geklappt, stellte der Chef des Winterdienstes fest.

Auf den wichtigsten Radwegen streute der Winterdienst Salz. "Für uns war das der heftigste Einsatz in diesem Winter gegen Glatteis. Seit drei, vier Jahren war es nicht mehr so schlimm", fasste Andreas Stegemann zusammen. Vom Winterdienst und dem Stadtgartenbetrieb waren zeitweise bis zu 100 Mitarbeiter im Einsatz.