Magdeburg l Das Theater Magdeburg und das Puppentheater Magdeburg wollen in Kooperation eine für Magdeburg neue Form des Musiktheaters auf die Bühne bringen. Beide Ensembles wollen „The True Story of King Kong“ (Die wahre Geschichte von King Kong) aufführen – als Kammeroper, die die Stärken beider Darstellungsformen miteinander verknüpft.

Für europäischen Preis nominiert

Das Projekt ist vom europäischen Ballett- und Opernfördernetzwerk „Fedora“ für den „Fedora Generali Prize“ nominiert worden – als eines von 16  Projekten aus Belgien, Österreich, Frankreich, Bulgarien, Italien und Deutschland. Zwischen denen kann nun auch das Publikum abstimmen. Aktuell liegt das Vorhaben der beiden Magdeburger Häuser auf dem zweiten Platz. Zum ersten Platz fehlten gestern noch etwa 70  Stimmen. Noch bis zum 28.  Februar können Fans der beiden Häuser ihre Stimme für das Projekt abgeben. Mit Geld dotiert ist der Publikumspreis zwar nicht. Für das Renommé der beiden Häuser wäre es dennoch von Vorteil.

Premiere im Frühjahr 2019 angedacht

Bis das Stück auf die Bühne kommt, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Für die Uraufführung im Schauspielhaus ist das Frühjahr 2019 anvisiert. Der auf den Philippinen geborene chinesisch-britische Komponist Jeffrey Ching ist mit dem Werk beauftragt worden, ebenso die deutsche Librettistin und Regisseurin Roscha A. Säidow. Sie hatte am Magdeburger Puppentheater bereits mit dem Stück „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ Erfolge gefeiert.

Michael Kempchen als Intendant des Puppentheaters sieht in der neuen Produktion eine Möglichkeit, neues Publikum zu gewinnen. Seit Jahren schon werde das Puppen- beziehungsweise Figurentheater europaweit mit innovativen Darstellungsformen bemerkt. Auch beim neuen Projekt gehe es darum, „die Grenzen der Darstellungsformen auszuloten, ohne dabei die Spezifikation zu verlieren“, sagte Kempchen gestern auf Nachfrage.

Spannende Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit Sängern und einem Orchester empfindet Kempchen als äußerst spannend. Das komplette Ensemble des Puppentheaters werde eingebunden sein, kündigte Kempchen an. Wie genau, bleibt allerdings abzuwarten. Er erhofft sich von der Beteiligung an der Fedora-Ausschreibung europaweite Aufmerksamkeit für die beiden Magdeburger Häuser.

Wie Stephan Knies vom Theater Magdeburg berichtet, stecke das Projekt noch in den Anfängen. Die Arbeit habe zwar begonnen, werde aber von vielen Einzelheiten abhängen, nicht zuletzt vom Inhaber der Rechte an „The True Story of King Kong“, erklärt Stephan Knies weiter. Für das Theater sei es die Möglichkeit, „etwas zu machen, was aus dem Haus herausgeht“.

Fundraising hilft bei Finanzierung

„Fedora“ ist eine Fundraising-Plattform. Zur zunehmend schwierigen finanziellen Lage im Kulturbereich und Möglichkeiten, diese durch Fundraising abzufedern, veranstaltet das Theater Magdeburg am Sonntag, 11. März, um 14  Uhr im Wagnerfoyer eine Podiumsdiskussion mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft. Als Podiumsgäste sind Helmut Herdt als Sprecher der Geschäftsführung der Städtischen Werke Magdeburg, David Jackson als Mitgründer von The Art of Business/artness, Katja Mittag, die mit Nichtregierungsorganisationen Kooperationen bei betterplace.org pflegt, sowie Michel Redlich als Vorsitzender des Fördervereins Theater Magdeburg geladen. Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Annegret Oster (Leiterin ZDF-Landesstudio Sachsen-Anhalt). Der Eintritt ist frei. Zählkarten erhalten Interessenten vorab an der Theaterkasse.

Wer sich an der Abstimmung beteiligen möchte, kann dies unter www.fedora-platform.com tun. Dazu auf der Seite die „Opera Shortlist“ auswählen und das gewünschte Projekt anklicken.