Magdeburg l Die Zahl der Corona-Infektionen in Magdeburg ist erneut gestiegen. Wie das Sozialministerium am Montag mitteilte, wurden fünf weitere Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl erhöhte sich daher auf 291. Bei den Neuinfektionen handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus Österreich, der keine Krankheitssymptome hat, wie Gesundheitsamtsleiter Dr. Eike Hennig am Montag der Volksstimme sagte.

Zudem war der Test einer 69-jährigen Magdeburgerin positiv, die Symptome einer Erkrankung zeigte. Sie befinde sich derzeit zur Behandlung im Krankenhaus, berichtete Hennig. Außerdem gab es drei weitere positive Corona-Tests im Städtischen Klinikum Magdeburg. Dort wurden seit Beginn der Testung aller Angestellten insgesamt 22 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet, sagte Cornelia Heller, Pressesprecherin des Klinikums, am Montag. Allerdings werden nur zwei dieser Neuinfektionen vom Magdeburger Gesundheitsamt gezählt. Eine positiv getestete Person wohnt in einem anderen Landkreis und fällt somit in den Zuständigkeitsbereich eines anderen Gesundheitsamtes.

Wie es zu den Infektionen im Krankenhaus kommen konnte, ist für die Leitung der Klinik und für Amtsarzt Hennig ein Rätsel. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die infizierten Personen keinen oder nur wenig Kontakt zueinander. Alle arbeiten in unterschiedlichen Bereichen. "Wir versuchen die Kontaktketten nachzuvollziehen", sagte Hennig. Für die symptomfreien Patienten wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

Auch wenn ihn die Zahl der Infektionen im Städtischen Klinikum beunruhigen, das Personal anderer Kliniken werde man vermutlich nicht ohne einen konkreten Anlass testen, so Hennig. Diesen habe es im Städtischen Klinikum gegeben. Der Gesundheitsamtsleiter habe auch während seines Urlaubs ständig Kontakt zu seiner Vertreterin Anke Schmidt gehalten und war über die Situation in Magdeburg informiert.

"Wir müssen langsam dazu kommen, dass das Coronavirus in die alltägliche Arbeit der Gesundheitsämter aufgenommen wird. Es darf kein Sonderfall mehr sein. Bei der Meningitis ist es ja ähnlich, da müssen wir ja auch jeden Fall melden und die Kontaktpersonen des Erkrankten nachvollziehen", so Hennig. Dies gelte für die Arbeit des Gesundheitsamtes, die Achtsamkeit müsse immer gewahrt bleiben. Das Coronavirus sei hochkomplex und dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sagte Hennig. Das zeige der Fakt, dass auch symptomfreie Patienten das Virus auf andere Menschen übertragen können.

Dass derzeit ein hoher Informationsbedarf zum Coronavirus bei den Magdeburgern besteht, zeige auch die Arbeit an der Corona-Hotline. Dort nehmen immer vier Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Anrufe von Magdeburgern entgegen. Ärzte, Arzthelfer und Sozialarbeiter bilden das Team. Derzeit sind es nach Schätzungen von Hennig rund 200 Anrufe täglich. "Momentan dreht es sich hauptsächlich um die Fragen nach Reisen, muss ich in Quarantäne, muss ich mich testen lassen, wie verhalte ich mich", zählt Hennig die dringendsten Fragen der Magdeburger auf.